Decathlon im Umbruch Warum der Sport-Riese den Fahrradmarkt jetzt radikal neu denkt

Decathlon, der weltweit größte Hersteller und Händler von Sportartikeln, feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen – und verabschiedet sich immer mehr vom klassisch-linearen Geschäftsmodell. Warum und wie das Fahrrad dabei eine tragende Rolle spielt, erklärt Urban Mobility Leader Cédric Mollet im Podcast.
Titelbild

Das Ende der reinen Verkaufskultur?

Vor 50 Jahren gründete Michel Leclercq Decathlon im Norden Frankreichs, nahe Lille. Bis heute hält die Familie einen Mehrheitsanteil. In den letzten Jahren wurde deutlich, dass Decathlon den Produktzyklus nicht mehr nur von der Entwicklung über Herstellung bis hin zum Vertrieb betrachtet, sondern darüber hinaus gehen möchte: Die traditionelle Verkaufskultur wird abgelöst durch die Kreislaufwirtschaft als Geschäftsmodell der Zukunft. 2024 wurde ein neue Markenidentität eingeführt – samt neuem Logo, das mit einem symbolischen Orbit den zirkulären Gedanken aufgreift.

#
#

Preis-Leistungsverhältnis

Cédric Mollet ist seit seiner Studienzeit, seit über 20 Jahren beim Unternehmen und das in diversen Positionen, unter anderem auch auf der Produktionsseite in Asien. Im Podcast spricht der Urban Mobility Leader über seinen Weg bei Decathlon, vor allem aber über die ambitionierten und konsequenten Entwicklungen im Fahrradbereich. Als Verantwortlicher für die Marke BTWIN hat er in den vergangenen Jahren auch auf dem deutschen Markt aufhorchen lassen. Das Preis-Leistungsverhältnis der Franzosen ist stark und die Zielgruppe entsprechend groß.

Was junge Europäer bewegt
Cédric spricht mit Host Sissi im Podcast über den European Urban Mobility Barometer, eine von Decathlon beauftragte Umfrage unter 18- bis 28-Jährigen in sechs europäischen Ländern zu ihrem Mobilitätsverhalten.

Drei Viertel der jungen Europäer nutzen das Fahrrad zumindest gelegentlich. Aber nur 16 % nutzen das Rad auch zum täglichen Pendeln. Das Potenzial ist enorm und die Hürden klar (und wenig überraschend): 61 % fühlen sich beim Radfahren nicht vollständig sicher und wünschen sich eine verbesserte Infrastruktur.

Der Sicherheitsaspekt fließt aber auch verstärkt in die Produktentwicklung bei Decathlon ein. Darüber sprechen Cédric und Sissi genauso wie über die Auswirkungen auf R&D (Research & Development) durch die Unternehmensvorgabe, sich weiter in Richtung Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.

Decathlon Pulse als Innovationstreiber

2024 wurde durch die Gründung der Tochtergesellschaft Decathlon Pulse ein Investment-Arm geschaffen, der die Unternehmensstrategie weiter vorantreiben soll. Eine der ersten Investments flossen in das Münchner Refurbish-Unternehmen Rebike Mobility – im Januar 2026 übernahm Decathlon die Mehrheit. Wenige Wochen zuvor sicherten sie sich 65 % an der Bikeleasing Gruppe – hierzulande die Nummer 2 hinter Jobrad.

Cédric erklärt, wie die Abkehr von einer reinen Verkaufskultur und Ausrichtung auf den zirkulären Gedanken mit Refurbishment und Wiederverkauf den Blick auf Reparierfähigkeit und Haltbarkeit weiter schärft, wie das Serivce- und Werkstattgeschäfts bei den Franzosen gedacht wird und welche Rolle Abo-Modelle in Zukunft spielen können.

#
#

Außerdem geht es um die Fahrrad-Segmentierung innerhalb Decathlons mit B’Twin für urbane Räder, Cargobikes und Trekking; Rockrider, die den MTB-Bereich abdecken und die – überraschend erfolgreiche – Marke Van Rysel mit ambitionierten, performance-getriebenen Rennrädern. Cédric verrät, wie Decathlon die demokratischen Preise erzielen kann und auf welche Marken er in Deutschland schaut.

Passender Linktipp: Im Industry Insight-Podcast diskutiert Sissi mit Branchen-Insider Alex Thusbass Decathlons vertikale Integration der neuen Geschäftsfelder und fragen sich, wie die großen Player der Zukunft wohl aufgestellt sein müssen.

Episode hören

Teilnehmer

avatar
Sissi Pärsch
avatar
Cédric Mollet

Podcast abonnieren

Du willst uns unterwegs hören? Kein Problem: abonniere den MTB-News.de Podcast einfach mit der Podcast-App deiner Wahl. Ein Klick auf den folgenden Button reicht:

2 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Decathlon im Umbruch: Warum der Sport-Riese den Fahrradmarkt jetzt radikal neu denkt

    Decathlon, der weltweit größte Hersteller und Händler von Sportartikeln, feiert 2026 sein 50-jähriges Bestehen – und verabschiedet sich immer mehr vom klassisch-linearen Geschäftsmodell. Warum und wie das Fahrrad dabei eine tragende Rolle spielt, erklärt Urban Mobility Leader Cédric Mollet im Podcast.

    Den vollständigen Artikel ansehen:
    Decathlon im Umbruch: Warum der Sport-Riese den Fahrradmarkt jetzt radikal neu denkt
  2. Super interessanter Beitrag!
    Es ist so erfrischend Personen aus der Fahrradbranche zuzuhören, die das Fahrrad nicht nur als Produkt verstehen.
    Immer gern mehr davon!

  3. Für mich sind Fahrräder immer eng mit Emotionen verknüpft. Es ist für mich mehr als nur ein Produkt. Ich käme deswegen nie auf die Idee mir eines im Abo zuzulegen.
    Abo ist für mich immer die billigste und bequemste Art einen funktionalen Zweck zu erfüllen. Völlig ohne Emotionen. Sprich, bei einem Abo geht es bei mir immer rein um das Produkt bzw. die zu erfüllende Aufgabe.

    Ich kann daher Deinen Beitrag und den Podcast nicht so wirklich verstehen.

Was meinst du?

Wir laden dich ein, jeden Artikel bei uns im Forum zu kommentieren und diskutieren. Schau dir die bisherige Diskussion an oder kommentiere einfach im folgenden Formular: