Aventon Current REC: Infos und Preise
Mit dem Aventon Current hat die kalifornische Brand gleich drei Bikes im Portfolio. Heute soll es sich um das REC drehen – vielleicht kurz für Recreational? Also das Bike, das den breitesten Einsatzbereich hat. Mit den ADV- und EXP-Varianten hat der Hersteller auch noch zwei Bikes für den E-MTB-Einsatz im Programm – letzteres konnten wir auch bereits auf eMTB-News.de testen: Aventon Current EXP Test.
Als Basis eines E-MTBs mit Schutzblechen und integrierter Beleuchtung sowie Gepäckträger zählt das Current REC klar zur Gattung E-SUV und soll den Spagat zwischen Alltagsnutzen und Freizeitgestaltung schaffen. Dabei liegt der Fokus im Fahreinsatz auf ein sportliches und kraftvolles Fahrverhalten, aber auch Komfort – sei es durchs Fahrwerk und die voluminösen Reifen, den Sattel mitsamt höhenverstellbarer Sattelstütze oder aber die fest mit dem Hauptakku verbundenen Lichter. Aber auch abseits davon kann das Bike mit 4G- und GPS-Konnektivität und eigener App punkten: Diebstahlschutz und digitale Wegfahrsperre inkl. Geofencing-Feature, Aufzeichnung von Fahrten, eine eigene Community – und mehr!
- Rahmenmaterial Aluminium-Rahmen
- Federweg 140 mm (vorn) / 140 mm (hinten)
- Laufradgröße 29″
- Besonderheiten Besonderheiten kurz auflisten
- Gewicht 27,31 kg gewogen von Nimms-Rad.de, Größe XL
- Max. Systemgewicht* 150 kg
- Farben blau metallic/schwarz
- Rahmengrößen S / M / L / XL
- Verfügbar April 2026
- www.aventon.de
Aventon Current REC: 3.499 € (UVP)
Aventon Current ADV: 3.999 € (UVP)
Aventon Current EXP: 5.499 € (UVP)
Das maximale Systemgewicht begrenzt für ein Fahrrad, E-Bike oder E-MTB, wie schwer Fahrerinnen und Fahrer inklusive Kleidung, Ausrüstung und Gepäck laut Hersteller sein dürfen. Dieser Wert ist oft – gerade bei E-Bikes – niedriger, als Verbraucher glauben, und kann so für Verdruss sorgen. Wir gehen auf diese wichtige Kenngröße in unseren E-Bike-Tests und Neuvorstellungen ein und fragen bei Herstellern nach, falls diese Angabe fehlt.
Wie diese Angabe ermittelt wird, wer sicherstellt, dass da niemand mogelt, und was eine ASTM-Klasse ist, erfahrt Ihr in unserem ausführlichen Artikel:
Maximales Systemgewicht am E-Bike
Im Detail
Kein kompletter Erstkontakt war das Aventon Current REC, als es per Spedition angeliefert wurde – schließlich teilt es viel mit dem Current EXP. Spannend für mich war dennoch: Das EXP erreichte mich für den Test auf der Cyclingworld und war bereits vormontiert. Am Current REC war meine Erfahrung näher an der des Endverbrauchers, denn das Vertriebsmodell des Herstellers sieht auch eine direkte Lieferung an den Kunden vor. Mit demontiertem Vorderrad, vorderem Schutzblech, Licht und Lenker ist der Vormontage-Grad für den ambitionierten Schrauber kein Problem. Eine Videoanleitung gibt es bisher nur für die E-MTB-Modelle und nicht fürs REC-Modell. Wer sich das nicht zutraut, kann in München via Click & Collect oder Zustellung bestellen oder das Rad alternativ beim Händler kaufen. Während andere Versender fürs vormontierte Bike inklusive Collect-Dienstleistung zwischenzeitlich einen niedrigen dreistelligen Betrag verlangen, bietet Aventon alle Services kostenfrei an: Sowohl der E-Bike-Versand als auch die alternativen Zustellmöglichkeiten (in München) sind damit sehr kundenfreundlich gestaltet.
Was fürs Topmodell der Current-Reihe gilt, kann man fürs E-SUV ebenso attestieren: Das Bike ist ordentlich verarbeitet, auch der Alu-Rahmen ist insgesamt sehr schick gemacht. Die Schweißnähte sind verschliffen, der Metallic-Lack trägt dank dezenter Farbe nicht zu dick auf, lässt das Bike aber hochwertig wirken. Der Rohrsatz des Current ist insgesamt organisch gehalten, sowohl das Alu-Modell als auch der Carbon-Rahmen gleichen sich extrem stark. Der Farb-Touch am REC-Modell gefällt mir aber sogar besser als am E-MTB.
Mit 140 mm Federweg ist das Current REC gutmütig ausgelegt und dürfte auf Wald- und Wiesenwegen viel Komfort versprechen. Große 29″-Laufräder mit leicht profilierten Reifen sorgen für einen guten Kompromiss zwischen Asphalt und Schotter. Der Maxxis Crossmark ist mit 2,25″ Breite weder sehr breit noch super voluminös, viel breitere Reifen dürften jedoch mit den Normvorgaben zu Schutzblech-Abständen nicht möglich sein – zumindest von Herstellerseite. Die Schutzbleche sind verschraubt und robust ausgeführt, das hintere Schutzblech ist nicht besonders weit nach unten gezogen und hält gleichzeitig die Gepäckträger-Streben für die Seitentaschenmontage. Ein Gewichtslimit für die Taschen findet man auf der Querstrebe des Gepäckträgers: Mit maximal 15 kg Zuladung ist der Alltagsnutzen in meinen Augen gegeben.
In den Gepäckträger sind die beidseitigen Rücklichter des Bikes voll integriert. Sie sind ab Werk auch direkt angeschlossen, hier muss man also nichts selbst verkabeln. Anders ist das beim Scheinwerfer, den man mitsamt Klemmschelle am Lenker montieren muss. Der Kabelanschluss ist einfach: Einfach nur zwei Enden einer Steckverbindung zusammenbringen – fertig. Dabei muss man lediglich auf den Formschluss der zwei Stecker-Teile achten, damit man die Kontakte nicht verbiegt. So sind die Lichter gut positioniert, der Scheinwerfer ist hell genug für den Alltagsnutzen, wer nachts auf Trails unterwegs sein will, braucht aber mehr Licht.
Neben der Hardware gibt es auch auf Software-Seite ein paar interessante Features, die den Alltagsnutzen beeinflussen sollen: Zentrales Bauteil ist dafür ein GPS-Tracker mit 4G-Konnektivität, der Sicherheitsfunktionen, aber auch Performance-Features bietet: So kann das Bike Routen tracken, vermischt mit einer Gamification von Sprüngen sieht man so genau, wo man unterwegs war. Interessant könnte die Airtime-Erkennung vielleicht sogar in Unfallanalysen sein.
Natürlich ermöglicht der Tracker aber auch den Diebstahlschutz bzw. die Erkennung von ungewöhnlicher Aktivität – bspw. Manipulationen, versuchtem Diebstahl oder Ähnlichem. Der Standort wird dabei in Echtzeit verfolgt und kann via Geofencing eingeschränkt werden – überschreitet man den digitalen Zaun, schaltet das E-Bike die Unterstützung ab.
Digital kann das E-Bike auch abgeschlossen werden – sowohl das Display via Code als auch via App: Das Rad kann dann nicht gestartet werden.
Insgesamt stellt das Current REC sowohl auf der Hardware-Seite als auch softwareseitig ein gutes Paket – vor allem gemessen am fairen Einstiegspreis – zur Verfügung.
Motor & Akku
Aventon kooperiert im Bereich Hardware mit dem Motorhersteller Gobao, einem recht starken und großem Partner. Auf Basis der aktuellen Gobao-Mittelmotoren sind die Aventon-Ableger Ultro S+ und Ultro X entstanden. Das Current REC setzt auf den leistungsstarken Ultro S, der durch den im E-MTB eingesetzten Ultro X nur dezent getoppt wird.
Satte 100 Nm Drehmoment bei 750 W Spitzenleistung kann der Motor abrufen – für ein Allround-E-SUV ist das sehr viel. Der 800 Wh Akku liefert die passende Reichweite zum leistungsstarken E-Antrieb und ist semi-fest verbaut. Der Akku kann durchs Lösen von nur wenigen Schrauben recht einfach aus dem Unterrohr entnommen werden, eine einfache Plug-&-Play-Lösung wie bei durchs Unterrohr entnehmbaren Akkus ist nicht vorhanden.
Mit einer Lenkerremote und dem Display lässt sich das Motorsystem während der Fahrt einfach kontrollieren, tiefere Individualisierungsmöglichkeiten sowie die beschriebenen digitalen Features lassen sich über das Display oder die dazugehörige App abrufen.
Leistungsdaten Aventon Ultro S+ Motor
- Unterstützungsmodi: individuell konfigurierbar, ab Werk: Turbo, Trail, Auto, Eco
- Connectivity: Bluetooth, 4G, OTA-Updates, GPS-Tracking
- Akku 800 Wh
- Drehmoment 100 Nm
- Max. Leistung 750 W Peak
Geometrie
Seine sportlichen Wurzeln kann das Current REC nicht leugnen: Klar – wer ein Bike für zweierlei Zwecke entwickelt und damit die Brücke zwischen Allround-Einsatz und Trail-Spaß schlagen will, wird Kompromisse eingehen müssen. Am Current liegen diese am ehesten in der Sitzposition: Diese ist zwar dank 77° Sitzwinkel zentriert, aber auch etwas gestreckt, mit 505 mm Reach und 50 mm Vorbau, nicht super aufrecht bei 640 mm Stack – am XL-Rad habe ich als langbeiniger Fahrer eine leichte Sattelüberhöhung bei voll ausgefahrener Stütze und passendem Stützenauszug.
Wer vom MTB oder dem Rennrad/Gravel kommt, kennt diese eher gestreckte Sitzposition und wird sich zuhause fühlen. Wer auf der Suche nach einem extrem komfortablen und aufrechten Sitzgefühl ist, wird hier nicht glücklich. Aber um ehrlich zu sein: Das passt auch nicht zu den restlichen Eckdaten – wer es aufrechter will, sollte eher im Trekking-Bereich suchen.
Für ein E-SUV sitzt man insgesamt aber schön zentriert: Die leichte Sattelüberhöhung egalisiert sich in meinem Fall bei eingefedertem Dämpfer und sorgt dann für eine gleichmäßige Lastverteilung zwischen Sattel und Griffen. Wer weniger Last auf den Händen möchte, kann mit einem etwas kürzeren Vorbau und höherem Lenker noch etwas rausholen – Kostenpunkt etwa 50–100 €. Wenn man noch nicht gekauft hat, kann man alternativ über einen kleineren Rahmen nachdenken und das Current eine Nummer kleiner bestellen – dann wird es kompakter, das Cockpit jedoch auch niedriger.
Für seinen Einsatzbereich hat das Current REC eine insgesamt sehr ausgewogene Geometrie, die in keinerlei Hinsicht in Extreme abdriftet und Fahrsicherheit für Anfänger wie Fortgeschrittene mitbringt – so ist zum Beispiel der Lenkwinkel mit 65° in einem Bereich zwischen reaktiv und fahrstabil.
| Rahmengröße | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 29″ | 29″ | 29″ | 29″ |
| Reach | 430 mm | 455 mm | 480 mm | 505 mm |
| Stack | 604,5 mm | 612,8 mm | 626,4 mm | 640 mm |
| STR | 1,41 | 1,35 | 1,31 | 1,27 |
| Lenkwinkel | 64,5° | 65° | 65° | 65° |
| Sitzwinkel, effektiv | 77° | 77° | 77° | 77° |
| Oberrohr (horiz.) | 570,3 mm | 597,4 mm | 625,5 mm | 653,7 mm |
| Steuerrohr | 105 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm |
| Sitzrohr | 381 mm | 410 mm | 442 mm | 472 mm |
| Überstandshöhe | 833,4 mm | 825,2 mm | 826,6 mm | 822 mm |
| Kettenstreben | 445 mm | 445 mm | 445 mm | 445 mm |
| Radstand | 1.192 mm | 1.221 mm | 1.252 mm | 1.283 mm |
| Tretlagerabsenkung | 30 mm | 30 mm | 30 mm | 30 mm |
| Einbauhöhe Gabel | 561 mm | 561 mm | 561 mm | 561 mm |
| Gabel-Offset | 44 mm | 44 mm | 44 mm | 44 mm |
| Federweg (hinten) | 140 mm | 140 mm | 140 mm | 140 mm |
| Federweg (vorn) | 140 mm | 140 mm | 140 mm | 140 mm |
Ausstattung
Wirklich interessant ist im Current-Portfolio lediglich das REC-Modell, wenn man nach Vollausstattung sucht: Fokussieren wir uns hier also darauf. Angetrieben wird das Aventon durch eine mechanische Shimano Cues 10-fach-Schaltgruppe mit großer 11-48 Kassette und entsprechend gutmütiger Bandbreite. Unterstützt wird natürlich durch den Ultro-S-Motor.
Aventon setzt auf E-MTB-Features, die auch am E-SUV sinnvoll sind: so ist die Dropperpost (höhenverstellbare Sattelstütze) ein praktisches Ausstattungselement, um den Sattel dann abzusenken, wenn man aufs Rad auf- oder absteigt, und im Fahrbetrieb auf der ergonomisch korrekten Höhe zu fahren. Bleiben wir im Bereich sitzen: Der Selle Royal SRX-Sattel ist sehr komfortabel. Bei den Griffen verzichtet man jedoch auf eine ergonomisch vorgeformte Variante.
Das X-Fusion-Fahrwerk ermöglicht die individuelle Einstellung aufs Fahrergewicht, ohne dabei zu überfordern. Soll es maximal effizient werden, helfen Lockout-Hebel dabei, die Federung zu sperren. Interessant: Die Bandbreite der Dämpfungseinstellung ist sehr breit, sowohl sehr Leichte als auch sehr Schwere sollten also eine passende Einstellung finden.
An Bord ist natürlich außerdem die Vollausstattung mit Schutzblechen und Beleuchtung. Gerade das hintere Blech ist eher kurz dimensioniert und endet an der Sitzstrebe, schützt damit den Hauptdrehpunkt nicht vor Dreckbeschuss. Auch nach hinten ist es eher kompakt ausgeführt: Praktisch, wenn man das Rad am Hinterrad schieben will, etwa zum Hauseingang hinein, aber das Blech deckt dadurch auch einen deutlich reduzierten Winkel ab – gerade nach hinten ist ein tiefes Schutzblech wichtig für den Spritzschutz.
Für Einsteiger oder Scheibenbrems-Neulinge dürfte sich die Magura Louise mit den grünen Bremsbelägen auszeichnen – in Kombination mit den dicken 2,5 mm Bremsscheiben dürfte sie viel thermische Stabilität bieten – also selbst wenn man viel und dauerhaft bremst und die Bremse nicht loslassen will, hier dürfte so schnell nichts heißlaufen.
| Modell | CURRENT EXP | CURRENT ADV | CURRENT REC |
|---|---|---|---|
| Rahmen | Carbon Front Triangle, 6061 Aluminum Rear Triangle, Rear Spacing: 12x148mm, Fork Spacing: 15x110mm | 6061 Aluminum, Rear Spacing: 12x148mm, Fork Spacing: 15x110mm | 6061 Aluminum, Rear Spacing: 12x148mm, Fork Spacing: 15x110mm |
| Gabel | Rockshox Lyrik Select 150mm (44mm Offset) | Rockshox Psylo Gold 150mm (44mm Offset) | X-Fusion E-Slide Boost RC 29, 140mm (44mm offset) |
| Dämpfer | Rockshox Super Deluxe Select+ (210x55) | Rockshox Deluxe Select+ (210x55) | X-Fusion O2 PRO RL |
| Schalthebel | SRAM AXS Transmission Shift Pod | SRAM Eagle 70 Transmission | Shimano Cues 10 Speed Rapidfire Plus, SL-U6000 -10R |
| Schaltwerk | SRAM S1000 Transmission (12-SPD) | SRAM Eagle 70 Transmission (12-SPD) | Shimano Cues 10 Speed, RD-U6000 |
| Kassette | SRAM XS-1270 T-Type 10-52T | SRAM Eagle 70 Transmission 11-50T | Shimano Cues 10 Speed, CS-LG400 |
| Kurbel | ISIS 160mm | 6061 Aluminum, ISIS splined, 160mm | 6061 Aluminum, ISIS splined, 160mm |
| Bremse | SRAM Maven Base (Hydraulic, 4-Piston) Front & Rear | SRAM DB8 Stealth, Front & Rear | Magura Louise, Front & Rear |
| Laufräder | 29”, Double-Wall Aluminum, Tubeless Compatible, 32 Hole | 29”, Double-Wall Aluminum, Tubeless Compatible, 32 Hole | 29”, Double-Wall Aluminum, Tubeless Compatible, 32 Hole |
| Reifen | |||
| Vorderreifen | Maxxis Minion DHF 29x2.5” EXO (Tubeless Ready) | Maxxis Minion DHF 29x2.5” EXO (Tubeless Ready) | Maxxis Crossmark II 29x2.25 (Tubeless Ready) |
| Hinterreifen | Maxxis Minion DHR II, 29x2.4” EXO (Tubeless Ready) | Maxxis Minion DHR II, 29x2.4” EXO (Tubeless Ready) | Maxxis Crossmark II 29x2.25 (Tubeless Ready) |
| Sattel | Selle Royal SRX | Selle Royal SRX | Selle Royal SRX |
| Sattelstütze | 31.6mm X Fusion Manic Dropper Seatpost. S/M: 150mm, L/XL: 170mm | 31.6mm X Fusion Manic Dropper Seatpost. S/M: 150mm, L/XL: 170mm | 31.6mm X Fusion Manic Dropper Seatpost. S/M: 150mm, L/XL: 170mm |
| Lenker | Aluminum 5° Upsweep, 7° Backsweep. S/M: 780mm, 20mm, L/XL: 800mm, 30mm Rise | 35mm Clamp, 5° Upsweep, 7° Backsweep. S/M: 780mm, 20mm Rise. L/XL: 800mm, 30mm Rise | 35mm Clamp, 5° Upsweep, 7° Backsweep. S/M: 780mm, 20mm Rise. L/XL: 800mm, 30mm Rise |
| Vorbau | 50mm Length, 35mm Clamp | 50mm Length, 35mm Clamp | 50mm Length, 35mm Clamp |
| Motor | Aventon Ultro X, 750W Peak, 110NM (BOOST Mode: 850W Peak, 120Nm) | Aventon Ultro X, 750W Peak, 110NM (BOOST Mode: 850W Peak, 120Nm) | Aventon Ultro S+, 750W Peak, 100Nm |
| Display | Integrated Top Tube Display with Touch Screen | Integrated Top Tube Display with Touch Screen | Integrated Top Tube Display with Touch Screen |
| Akkukapazität | 800Wh Integrated Battery Removable | 800Wh Integrated Battery Removable | 800Wh Integrated Battery Removable |
| Max. Drehmoment | 110NM (BOOST Mode: 850W Peak, 120Nm) | 110NM (BOOST Mode: 850W Peak, 120Nm) | 100Nm |
| Gewicht | 24kg (Size L). | 25,5kg (Size L). | 27kg (Size L). |
| Preis (UVP) | € 5.499,- | € 4.499,- | € 3.499,- |
Erster Eindruck: Aventon Current REC
Eine große Überraschung oder Umstellung ist das Current REC nicht für mich, da ich wie angemerkt das Chassis schon als EXP-Variante fahren konnte. Die Bikes unterscheiden sich aber durch die Ausstattung doch etwas – teils auf unerwartete und überraschende Art und Weise.
Genutzt habe ich das Rad etwas abseits meines üblichen Nutzungsspektrums – statt primär Trails zu fahren, habe ich am Aventon Current REC eine Mischung aus Trails, Schotterwegen und Asphalt für den Test genutzt, bin mit und ohne Packtasche unterwegs gewesen und das Rad für alltägliche Wege genutzt. Aus dem Homeoffice heraus ist das zwar kein klassischer Commute, aber Einkäufe, Gassi-Runden oder Freizeitfahrten haben ein breites Spektrum an Eindrücken zugelassen.
Nach der Montage des Bikes fallen mir beim Einstellen direkt ein paar Kleinigkeiten auf: Die Dämpferpumpe im Lieferumfang ist grundsätzlich super, leider wurde mein Modell nach dem ersten Betätigen des Druckablassventils undicht. Ein klarer Gewährleistungsfall und nicht weiter schlimm. Der restliche Lieferumfang ist in meinen Augen super: Neben der Pumpe sind auch Tubeless-Ventile, Montagefett, Pedale, ein Multitool, Aufkleber und Reflektoren dabei.
Überrascht werde ich vom X-Fusion-Fahrwerk, das beim Setup auf mein Gewicht einen sehr geschmeidigen Eindruck macht. Die Zugstufen-Bandbreite der Federgabel ist riesig – deckt also sowohl extrem leichte Fahrer und niedrige Gabeldrücke ab, sollte ebenfalls nahe der Systemgewichtsgrenze von 150 kg – also bis maximal 122 kg Zuladung durch die fahrende Person inkl. Ausrüstung – noch ausreichend Dämpfungsleistung erreichen. Für ein Entry-Level-Produkt machen Gabel und Dämpfer im ersten Eindruck einen hervorragenden Eindruck.
Als zäh stellt sich die Einbremsung der Magura Louise heraus: Wiederholt versuche ich, die Beläge der Bremsanlage einzufahren, zufriedenstellend ist das Ergebnis nicht. Gerade gemessen an den Parametern, vier Kolben, 200 mm große Bremsscheibe, ist die Bremsleistung nicht zufriedenstellend. Im direkten Vergleich komme ich mit einer Shimano-XT-Zweikolbenbremse am Testrad effizienter zum Stehen. Unklar ist dabei, ob die Beläge der Magura-Bremse vielleicht verschmutzt waren, meiner Erfahrung nach benötigen die grünen Magura-Beläge aber generell viel Handkraft. Wer vom (E-)MTB oder anderen Sporträdern (MTB, Gravel, Road) kommt, wird Bissigkeit und Bremskraft vermissen. Wer mit dem Current REC auch Offroad unterwegs sein will, wird in dieser Konfiguration nicht glücklich. Einzig für Scheibenbremsen-Neulinge dürfte die sehr sanfte und schwache Bremsleistung gut passen und nicht überfordern. Abhilfe haben für mich andere Beläge in der Bremsanlage geschaffen – Kostenpunkt etwa 30 € für zwei Sets der Grau/Schwarzen Performance Beläge.
Bleiben wir bei der fahrenden Person, die vom Sportrad kommt: Sie wird sich auf dem Aventon Current REC bei der Sitzposition schnell gut positioniert finden. Das Current REC ist als Ableger eines E-Mountainbikes natürlich etwas sportlicher positioniert als bspw. das Aventon Trava ADV: Genau richtig für diejenigen, die eine sportliche Sitzposition bevorzugen. Jedoch darf man hier Komfort aus dem Fahrwerk nicht mit Sitzkomfort verwechseln. Wer eine sehr aufrechte und eher kurze Sitzposition bevorzugt, dürfte mit einem Modell wie dem Trava besser zurechtkommen.
Abgesehen davon gibt es vor allem Positives über das Aventon Current REC zu berichten: Die Motorabstimmung ist angenehm und unterstützt ziemlich genau bis 25 km/h. Wie im Bericht zum EXP-Modell erwähnt, arbeitet der Ultro S extrem feinfühlig und reagiert gut auf den Pedal-Input, wenn man gleichmäßig tritt. Selbst mit den wenig profilierten Reifen erklettere ich dank der stark auf Traktion ausgelegten Motorsteuerung meine E-MTB-Anstiege – sogar mit voll beladenem Gepäckträger. Über 25 km/h ist das Bike je nach Gelände etwas anstrengend zu treten. Man merkt ihm sein Gewicht an und muss gut investieren, um die Reisegeschwindigkeit zu erhöhen, wenn es beispielsweise leicht bergauf geht oder man gegen den Wind fährt. Der Motorwiderstand ist aber grundsätzlich sehr gering, deutlich einfacher als mit vielen aktuellen Motorsystemen kommt man über die 25 km/h hinaus, wenn der Weg eben ist.
Als fitter Fahrer erreicht man die 25 km/h-Schwelle bereits im Eco-Modus ohne Probleme – dann kann man mit wirklich großen Reichweiten rechnen. Im Trail- und Turbo-Modus unterstützt das Aventon dann stark genug, um auch bspw. einen Anhänger steile Anstiege hochziehen zu können. Die hohe Motorpower ist also für Zubehör-Nutzer oder auch schwerere Fahrende interessant. Mit 75 kg und etwa 15 kg Zuladung am Gepäckträger, in Kombination mit den gut 27 kg Fahrradgewicht, habe ich keine Limits der Motorpower gefunden.
Bereits angesprochen habe ich das Fahrwerk: In Kombination mit den Reifen sorgt es für Traktion und Komfort – beides hat mir sowohl auf alltäglichen Wegen über Asphalt, Radwege oder auf leichten Bergab-Trails vollkommen ausgereicht. Die Federung arbeitet insgesamt feinfühlig, aber gut gedämpft – sprich, sie reagiert bereits auf kleine Unebenheiten, arbeitet dann aber effizient und ohne sich aufzuschwingen. Auch bergauf arbeitet das Fahrwerk sehr aktiv und hilft auf schmalen Wegen mit Wurzeln und Steinen den Bodenkontakt aufrechtzuerhalten. In diesem Bereich wurden meine Erwartungen weit übertroffen.
Zuverlässig war auch die Shimano-Linkglide-Schaltgruppe. Meiner Wahrnehmung nach bekommt diese Gruppe nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient: Die Schaltvorgänge sind knackig, die Bandbreite ist ausreichend, die Gangsprünge sind zwar nicht klein, aber recht gleichmäßig und langfristig gesehen sind die Ersatzteilkosten wirklich fair. Einzig das etwas höhere Gewicht kann man der Cues-Linkglide zulasten legen. Für mich ist sie ein heimlicher Star an der Ausstattung.
Auch das restliche Zubehör war zuverlässig. Am Gepäckträger habe ich in nur wenigen Minuten eine passende Einstellung in Kombination mit einer Ortlieb-Tasche gefunden, die sogar auf leichten Singletrail-Abfahrten gut mitgemacht hat. Die Beleuchtung lässt sich über einen langen Klick auf den oberen Button der Motor-Remote simpel anschalten und nutzen. Der Lichtkegel des Scheinwerfers ist eher rechteckig und gut definiert. Für den Alltags-Einsatz ist er absolut ausreichend. Mit angeschalteten Lichtern stelle ich auch keinen übermäßigen Akku-Verbrauch fest.
Bleiben noch die digitalen Features, die ich insgesamt als praktisch bewerten würde, wenn man sie denn braucht:
Gerade für Berufspendler oder den innerstädtischen Einsatz sind die GPS-Features natürlich sehr interessant, um etwas sorgenfreier den Komfort eines hochpreisigen E-MTBs im öffentlichen Raum nutzen zu können. Nachdem ich vergessen hatte, mich von meinem Aventon Current EXP Testrad in der App zu trennen, konnte ich das Bike zum Zeitpunkt der Texterstellung noch via GPS orten, obwohl ich seit ca. 2 Monaten nicht mit dem Rad per Bluetooth verbunden war. Im Aventon-Deutschland-Headquarter in München wurde das Rad zuletzt am 17. Juni für eine Fahrt verwendet. In diesem Zusammenhang habe ich bei meiner Versicherung angefragt: Eine Senkung meiner Versicherungsprämie bietet meine Versicherung trotz GPS-Tracker nicht an. Hinterlasst uns gerne einen Kommentar, wenn euch dieses Thema interessiert und ihr damit Erfahrungen gesammelt habt.
Damit das Rad gar nicht erst gestohlen werden kann, kann man ein Startpasswort fürs Display festlegen, dem Rad via Geo-Fencing einen erlaubten Bewegungsradius zuschreiben und es digital absperren. All diese IoT-Features sind zumindest für den Moment kostenlos – ein Abo bekommt man aktuell mit dem Bike für 8 Jahre geschenkt.
Auch in der App findet man praktische Features, die vor allem weniger technik-affinen Fahrenden helfen sollen: Etwa werden Wartungsintervalle aufgezeigt, es gibt die Möglichkeit, an der Aventon Community teilzuhaben, Fahrten zu tracken und sich Statistiken anzeigen zu lassen.
Top oder Flop? Gelungen oder verbesserungswürdig? Meiner Meinung nach ist das Aventon Current REC ein hervorragender Vertreter der sportlich ausgelegten E-SUV-Gattung. Zu einem fairen Preis erhält man ein komplettes Gesamtpaket aus Bike, Zubehör und digitaler Infrastruktur. Minimale Detailschwächen können den Eindruck des komfortablen und vielseitigen Bikes nur geringfügig schmälern. Stattdessen bleibt der Eindruck des Möglichmachers: Mit oder ohne Gepäck, zu jeder Tageszeit und bei jedem Wetter, von einfachen, schmalen Singletrails bis zum Stadtverkehr, von flachen Etappen bis hin zu supersteilen Anstiegen – das Current REC meistert alles mit Leichtigkeit.
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