Messe-Krieg statt Aufbruch Wie der ZIV die Eurobike überlagert

Der ZIV verkündet am Tag vor dem Eurobike-Auftakt den Start der eigenen European Bike Show 2027 in Köln. Und überlagert damit die eigentlich wichtigen Themen in den Messehallen. Die Branche kommt nicht zur Ruhe…
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Quo vadis, Fahrradbranche? Köln, Frankfurt oder Kassel – Hauptsache Messe. Fast schon nostalgisch mag man sich an die Orientierungslosigkeit erinnern, die in den ersten Frankfurt-Jahren der Eurobike herrschte. Damals musst man sich in den vielen, dicht gefüllten Hallen mit ihren zwei Ebenen erst einmal zurechtfinden.

Die Orientierungslosigkeit 2026 ist hingegen sicher nicht einer überwältigenden Größe geschuldet. Im Gegenteil. Beschränkt auf ein paar wenige Hallen und eine überschaubare Außenfläche, schrumpfte die Eurobike einmal mehr. Kein Gedränge, kein Gesuche. Doch die Branche selbst fragt sich geschlossen: Wohin?

Das Bild einer Branche: Provokation und Zerrissenheit

towards tomorrow hat der Zweirad-Industrie-Verband sein neues Messe-Kind mit der Koelnmesse getauft: das vom 06. bis 08. September 2027 Premiere feiern wird – und somit direkt im Anschluss zum angesetzten Eurobike-Termin am 01. bis 03. September. Auch die Ankündigung hätte kaum provokanter getimed werden können. Einen Tag vor Messebeginn wurde in Berlin eine Pressekonferenz anberaumt. Speziell der Kommunikationszeitpunkt sorgte auf der Messe für Kopfschütteln.

Und so kreisten die Gespräche einmal mehr nicht um Innovationen, Aufbruch und Transformation, sondern um Grabenkämpfe, Zersplitterung und Streitereien. Bei Temperaturen von bis zu 40°C spricht die Medienwelt nicht von der Bedeutung des Fahrrads für den Wandel der urbanen Mobilität. Sie spricht von hitzigen Debatten in einer Industrie, die nicht weiß, wohin sie steuert.

Schwache Kommunikation. Spannende Innovationen.

Und darum muss es dann auch in der ersten Live-Podcast-Aufnahme des Industry Insights gehen. Alex Thusbass und Host Sissi Pärsch sprechen mit Gast Isabel Eglseder, Gründerin der Kommunikationsagentur Crystal Communications, über das potenzielle Ende der Eurobike, über schwache Kommunikation, den Frust einer gesamten Branche und die Frage, ob eine neue Weltleitmesse von europäischem Protektionismus geprägt sein kann – und wenn ja, wie dieser aussehen könnte und welche Konsequenzen das haben mag.

Allerdings zeigte sich an den Ständen – neben dem dominanten China Duell Goboa-Avinox – durchaus mutige neue Konzepte und spannende Innovationen. Auch darüber soll es im ersten Industry Insight vor Publikum gehen.

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