Merida Etmo 800 – das preisbewusste Alu-Allmountain des Branchenriesen setzt auf 160 mm Federweg vorn und hinten, Mullet-Bereifung und den starken Bosch-CX-Motor - Motor: Bosch Performance Line CX | Akkukapazität: 800 Wh | Federweg v/h: 160/160 mm | Gewicht: 27,0 kg (Rahmengröße XL, gewogen von eMTB-News.de) | Preis: 5.599 € (UVP)
Hauptdrehpunkt und Hinterradachse sitzen auf der gleichen Schwinge – das Etmo ist damit ein abgestützter Eingelenker. - Mit dem tiefen Drehpunkt bekommt man auch mit diesem eher simplen Fahrwerksdesign, ein recht gutes Pedallier- und Bremsverhalten.
Hier geht es im Detail um das Übersetzungsverhältnis und die Kennlinie - Merida verwendet keine Dämpferverlängerung, was die Qerbelastung auf das Federbein reduzieren dürfte.
Viele geformte Rohre, dazu ein sehr gut ausgeführter Kettenstrebenschutz und ein Mini-Schutzblech. - Merida schein hier weder an Werkzeugkosten, noch an Features zu sparen, um den Kunden glücklich zu machen.
Etmo – die Produktlinie soll mit einem Startpreis unter 5.000 € im performance-bewussten Einstiegsbereich landen! - Dazu gibt es das Bike wahlweise mit 160 oder 140 mm sowie je Ausstattungsvariante mit großem 800er oder kleinerem 600er Akku.
Merida zählt zu den größten Fahrradherstellern der Welt – vielleicht sind die Bikes damit auch ein bisschen Showcase für das Fertigungs-Know-How. - Der Alu-Rahmen ist sehr aufwändig und hochwertig gestaltet.
Nice to have: Das Etmo kommt ab Werk mit Frontscheinwerfer. - Die kleine Lezyne-Leuchte konnte mich vor allem auf späten Gassi-Trail-Runden überzeugen, für Night-Rides auf Trails ist sie nicht alleinig geeignet.
Das Cover versteckt den 800er Akku - Das Etmo kann auch mit 600 Wh gekauft werden. Der PowerMore-Range-Extender ist zudem mit dem Rad kompatibel.
Entnehmbarer Akku – und modulares Konzept gefallen. - Das Akku-Schloss dürfte für meinen Geschmack noch an eine unsichtbare Stelle wandern.
System Controller, Bluetooth-Remote und Purion 400 sind eine gängige Kombination.
Das Display zeigt die wichtigsten Fahrdaten gut sichtbar an und sitzt geschützt hinter dem Lenker.
Der Performance Line CX Motor treibt das Merida Etmo in den E-MTB-Varianten an, der PX die E-SUV-Version. - Mit bis zu 100 Nm Drehmoment, 750 W Leistung, vielfältiger Individualisierungsmöglichkeit und verschiedenen Unterstützungsmodi, kann der Bosch-Motor eine Vielzahl an E-Bikern glücklich machen.
Merida Etmo 800 mit Geometrieangaben in Rahmengröße XL
Shimanos Linkglide hat in meinen Augen leider nicht so gezündet, wie die robuste Schaltgruppe hätte zünden können. - Auch privat habe ich die XT-Linkglide an einem Bike – bis aufs etwas hohe Gewicht, begeistert mich die Shimano-Schaltung und war auch am Etmo komplett zuverlässig und sorglos.
Weniger stark kann ich mich für die neueste Shimano-Vierkolben-Generation begeistern. - Vor allem der lange Leerweg und der langsame Progressionsaufbau über den Hebelweg passen nicht zum E-MTB.
Die Bremse ist zwar gut dosierbar, braucht allerdings viel Hebelweg, um auch genug Bremsdruck zu erzeugen. - Mit der 203 mm Bremsscheibe am Vorderrad, tut sich Merida am 27 kg schweren E-MTB zudem keinen Gefallen.
Marzocchi Fahrwerke sieht man selten, die Bomber Z setzt auf dicke 38 mm Standrohre und 160 mm Federweg.
Im Heck arbeitet der Bomber Air mit extern verstellbarer Lowspeed-Zug- und Druckstufe.
Herausragend – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Eigenmarken-Dropper-Post mit satten 230 mm Hub am XL-Rad! - Die Sitzrohrlänge bietet dabei Spielraum für Menschen mit größerer und kleinerer Schrittlänge – mein persönliches Ausstattungshighlight.
Kontrolliert und stetig klettert das Merida Etmo 800 – das Bike war ab Werk mit den weniger dynamischen Unterstützungsmodi ausgerüstet, die ich persönlich auch gerne fahre. - Die gute Sitzposition schiebt den Schwerpunkt weit nach vorne, so muss man trotz nur moderat langer Kettenstrebe kein steigendes Vorderrad befürchten.
Als Fan von Kontrolle > Power passte die Motorabstimmung für mich gut, das Bike klettert im technischen Uphill für meinen Geschmack ausgezeichnet. - Steile, technische Anstiege nimmt das Etmo gemächlich, aber eben mit viel Traktionskontrolle in Angriff.
Lediglich im Back-to-back-Modus kam mir das Etmo etwas träge vor – also dann, wenn ich im direkten Vergleich ein leichteres Rad gefahren bin. - Das Bike ist für mich definitiv nach etwas Eingewöhnungszeit erst so richtig aufgetaut.
Später war ich dann begeistert vom Kurvenverhalten des Merida – dem Bike gelingen Richtungswechsel spielerisch – trotz hohem Gewicht. - Das hohe Tretlager macht sich hier bemerkbar und erleichtert die Lastwechsel.
Das Fahrwerk des Etmo arbeitet angenehm – es stellt gleichermaßen ein lebendiges Fahrverhalten, ist dennoch aber sensibel genug. - Erst schnell aufeinanderfolgende Schläge bringen das Bike etwas in den Grenzbereich: Hier zieht einen das Gewicht in die Löcher, eine höhere Dämpfung, die die Arme nicht aufpumpt, wäre an der Gabel angenehm – behelfen kann man sich hier primär mit dem Luftdruck, durch eine Erhöhung der Federrate und ein etwas strafferes Setup.
Aus der guten Kinematik entsteht genug Gegendruck, um das Rad auch mal in die Luft zu bewegen. - Das Etmo ist vielleicht nicht der Flummi, der nur so über den Trail bounced, alles was eine (kleine) Abschussrampe hat, wird aber gerne auch mitgenommen.
Dreh- und Angelpunkt am Etmo ist sein Gewicht – in meinen Augen ist es nur in Extremfällen ein wirkliches Hindernis und zeigt damit eher eine Grenze in der Zielgruppe auf: Konstant steil bergab unterwegs – dann wirst du anderwo glücklicher. - Für all diejenigen, die moderates Gefälle auf ihren Hometrails haben, ist das Etmo ein Tipp für eine Probefahrt – wer sich auf das Rad einlässt wird belohnt mit einem überraschend spritzigen Fahrverhalten – das durch eine gelungene Rekombination aus verschiedensten Eigenschaften entsteht.