Steckbrief: Aventon Trava ADV
| Einsatzbereich | Commute, Freizeit |
|---|---|
| Rahmenmaterial | Aluminium |
| Motor | Aventon Ultro S Mittelmotor, 90 Nm |
| Gabel | Aluminium |
| Gewicht (o. Pedale) | 28,2 kg |
| max. Systemgewicht | 150,0 kg |
| Rahmengrößen | M, L, XL (im Test: L) |
| Besonderheiten | Eigener Mittelmotor mit 90 Nm, Elektronische Automatik-Gangschaltung, Hinterradschloss, GPS Tracking |
| Website | aventon.com |
| Preisspanne | 2.899 Euro - 3.899 Euro |
Das Aventon Trava ADV ist ein modernes Trekking-E-Bike, das für Alltag, Pendelstrecken und längere Wochenendtouren konzipiert wurde. Mit integriertem Akku, kraftvollem Mittelmotor und klarer Linienführung positioniert es sich als vielseitiger Allrounder zwischen City- und Reiserad. Auffällig ist der aufgeräumte Rahmen mit sauber integrierter Zugführung sowie die konsequente Ausrichtung auf Konnektivität und digitale Features. Herzstück des Bikes ist der neue Aventon Ultro S Mittelmotor mit bis zu 90 Nm Drehmoment. In Kombination mit einem integrierten 800-Wh-Akku soll das Trava ADV laut Hersteller Reichweiten von bis zu 193 Kilometern ermöglichen. Beim getesteten ADV-Modell kommt zudem eine automatische Kettengangschaltung von Shimano zum Einsatz. Zur alltagstauglichen Ausstattung gehören Schutzbleche, integrierte Beleuchtung, Gepäckträger und Seitenständer. Komfortelemente wie eine 100-mm-Federgabel sowie eine gefederte Sattelstütze sollen sowohl auf langen Pendelstrecken als auch auf Schotterwegen für entspanntes Vorankommen sorgen. Neben dem getesteten ADV-Modell zum Preis von 2.899 Euro bietet Aventon auch das höher ausgestattete EXP-Modell für 3.899 Euro an. Dieses verfügt unter anderem über eine stufenlose Enviolo-Gangschaltung und einen wartungsarmen Gates-Riemenantrieb. Beide Varianten sind sowohl mit Diamantrahmen – wie beim Testrad – in den Größen M, L und XL als auch mit Tiefeinsteigerrahmen in den Größen S/M und L/XL erhältlich.
Im Detail
Mit dem offiziellen Verkaufsstart am 9. März 2026 betritt Aventon nun auch den deutschen Markt. Hinter der Marke steht ein 2013 in Kalifornien gegründetes Unternehmen mit Hauptsitz in Ontario, das sich in Nordamerika zu einer der größeren E-Bike-Marken entwickelt hat. Der Deutschland-Launch wird von der Ride Aventon Germany GmbH in München gesteuert. Das dortige Team vereint Branchenexpertise aus Produktentwicklung, Vertrieb, Service und Marketing und soll die „Aventon-Experience“ auf hiesige Bedürfnisse übertragen.
Das Trava ADV gehört zu den Modellen, mit denen Aventon speziell für den europäischen Markt antritt. Im ersten Eindruck zeigt sich ein sauber verarbeiteter Rahmen aus 6061-Aluminium mit harmonisch integriertem 800-Wh-Akku. Die dezenten Schweißnähte wirken ordentlich, die Lackierung hochwertig. Leitungen und Kabel sind weitgehend intern verlegt, was dem Bike eine aufgeräumte Optik verleiht.
Besonders auffällig sind die in die Ausfallenden integrierten Rückleuchten. Diese fallen nicht nur optisch auf, sondern überzeugen auch funktional: Sie sind angenehm hell und aus verschiedenen Winkeln gut sichtbar, auch von der Seite. Spannend ist außerdem der neue Mittelmotor der Marke. Er sitzt in einem vergleichsweise kompakten Gehäuse und liefert bis zu 90 Nm Drehmoment – ein Wert, der sich im ersten Test bereits deutlich bemerkbar machen sollte.
Bemerkenswert in diesem Preissegment ist außerdem die konsequente Integration digitaler Funktionen. Über die sogenannte Aventon Control Unit (ACU) lassen sich Features wie GPS-Tracking, Alarmfunktionen, Aktivitätserkennung und Geofencing nutzen. Gesteuert wird das System über die MyRide-App, die neben Fahrdaten und Tourenaufzeichnung auch Anpassungen der Unterstützungsmodi ermöglicht. Auch das mechanische Hinterradschloss sowie der Diebstahlschutz für den integrierten Akku werden über die App gesteuert. Wer die App nicht nutzen möchte, kann den Akku dennoch entnehmen: Dazu wird das Bike eingeschaltet und anschließend die Plus- und Minus-Taste am Bedienelement gleichzeitig gedrückt gehalten, bis im Display ein Untermenü erscheint. Dort lässt sich dann das Batterieschloss auswählen und der Akku freigeben. Hier lässt sich unter anderem auch das Hinterradschloss aktivieren, bzw. deaktivieren.
Motor & Akku
FĂĽr den Antrieb setzt Aventon beim Trava ADV auf den neuen hauseigenen Ultro S Mittelmotor. Laut Hersteller liefert das System bis zu 90 Newtonmeter Drehmoment bei einer Dauerleistung von 250 Watt und einer Spitzenleistung von bis zu 750 Watt. Damit bewegt sich das System im Bereich leistungsstarker Trekking-Antriebe.
Die Energie liefert ein integrierter 800-Wh-Akku. Aventon gibt eine maximale Reichweite von bis zu 193 Kilometern an. Wie realistisch diese Angabe unter Praxisbedingungen ist, wird sich im weiteren Verlauf unseres Tests zeigen.
Teil des Systems ist außerdem die Aventon Control Unit (ACU), die Motor, Sicherheitssysteme und Konnektivitätsfunktionen miteinander vernetzt. Über die MyRide-App lassen sich Fahrmodi konfigurieren, Touren aufzeichnen sowie Sicherheitsfeatures wie GPS-Tracking und Alarmfunktionen verwalten.
Leistungsdaten Aventon Ultro S Motor
- UnterstĂĽtzungsmodi: individuell konfigurierbar
- Connectivity: Bluetooth, 4G, OTA-Updates, GPS-Tracking
- Akku 800 Wh
- Drehmoment 90 Nm
- Max. Leistung 750 W Peak
Ausstattung
Auch bei der restlichen Ausstattung zeigt sich das Trava ADV durchdacht. Besonders ins Auge fallen die in die Ausfallenden integrierten Rückleuchten. Diese sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern überzeugen auch funktional: Sie leuchten angenehm hell und sind dank ihrer Position sehr gut aus verschiedenen Winkeln sichtbar – auch von der Seite. Das erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr deutlich. Solche smart integrierten Details erinnern an urbane Konzeptlösungen, wie man sie zuletzt etwa beim ikonischen VanMoof S6 gesehen hat.
Beim Komfort setzt Aventon unter anderem auf eine gefederte Sattelstütze. Sie sorgt grundsätzlich für ein spürbares Plus an Dämpfung auf schlechten Straßen oder Schotterpassagen. Im Test fiel allerdings auf, dass der Federweg für unseren Geschmack etwas üppig ausfällt. Dadurch verändert sich die effektive Sattelhöhe beim Fahren stärker, was es schwieriger macht, die optimale Sitzposition exakt einzustellen. Auch die Federgabel arbeitet eher linear und spricht nicht besonders sensibel an, zudem wirkt die Dämpfung stellenweise etwas sprunghaft. In Anbetracht des vorgesehenen Einsatzbereichs sowie des attraktiven Preispunkts des Bikes ist das insgesamt jedoch akzeptabel. Die montierten Innova Crosser-Reifen bieten einen gelungenen Kompromiss aus Grip und Leichtlauf und passen gut zum Allround-Charakter des Rades.
Ein echtes Highlight der Ausstattung ist die Kettenschaltung. Sie arbeitet erfreulich knackig und präzise und lässt sich sowohl elektronisch bedienen als auch optional automatisch schalten. Gerade im Stadtverkehr oder auf Pendelstrecken kann das den Fahrkomfort deutlich erhöhen. Die verbauten Bremsen erledigen ihre Aufgabe zuverlässig, verzögern aber nicht übermäßig bissig. Positiv fällt wiederum der Gepäckträger auf: Er wirkt sehr robust verarbeitet und ist mit einer angegebenen Traglast von bis zu 27 Kilogramm auch für größere Einkäufe oder Gepäck gut gerüstet. Auch die Kontaktpunkte – also Sattel, Griffe und die mitgelieferten Pedale – hinterlassen einen soliden Eindruck und passen gut zum vorgesehenen Einsatzbereich. Insgesamt zeigt sich die Ausstattung damit auf einem durchgehend ordentlichen Niveau ohne echte Ausreißer nach unten, dafür aber mit klaren Highlights nach oben, etwa bei der elektronischen Schaltung und den smart integrierten Details rund um Beleuchtung und Sicherheit.
- Motor Aventon Ultro S Mittelmotor, 90 Nm
- Akku Aventon 800 Wh integriert
- Display Aventon A280
- Antrieb Gates Carbon Riemen + Enviolo Automatiq Nabenschaltung
- Bremsen Tektro HD-M5140 (v, 200 mm) / Tektro HD-M3120 (h, 180 mm)
- Reifen Innova Courser 27.5 Ă— 2.25
- Federgabel 100 mm Luftfedergabel
- SattelstĂĽtze Aventon Suspension Post, 50 mm Federweg
- Beleuchtung v/h integrierte Lichtanlage
Wie fährt sich das Trava ADV?
Im ersten Fahreindruck präsentiert sich das Trava ADV als ausgewogenes Trekkingbike mit komfortabler, aber nicht zu aufrechter Sitzposition. Der Rahmen vermittelt eine solide Steifigkeit, was sich insbesondere bei höherem Tempo und in Kurven positiv bemerkbar macht. Insgesamt wirkt das Bike stabil und gut kontrollierbar, ohne dabei träge zu wirken.
Besonders viel Fahrspaß entsteht durch das Zusammenspiel von Motor und elektronischer Kettenschaltung. Der Mittelmotor liefert kräftigen Schub und zieht auch an steilen Anstiegen oder mit zusätzlicher Last – etwa mit Kind im Schlepptau – überzeugend durch. Selbst längere, steile Passagen bringen das System kaum aus der Ruhe. Gleichzeitig sorgt die große Bandbreite der Schaltung dafür, dass sich auch anspruchsvolle Steigungen gut und vor allem schnell bewältigen lassen.
Richtig spannend wird es, wenn die Automatikfunktion der Schaltung aktiviert ist. Dann übernimmt das System die Gangwahl und legt mit erstaunlich gutem Timing die passenden Übersetzungen ein. Die Schaltung arbeitet dabei präzise und unauffällig – es fühlt sich tatsächlich so an, als würde das Bike „von selbst“ den richtigen Gang finden. Ein weiteres interessantes Detail: Die verbaute elektronische Shimano-Cues-Schaltung kann sogar während des Freilaufs die Gänge wechseln. Dadurch ist beim erneuten Antreten oft bereits der passende Gang eingelegt, was besonders im Stadtverkehr oder nach Kurven für ein sehr harmonisches Fahrgefühl sorgt.
Im urbanen Einsatz überzeugt das Bike bislang durch gut kontrollierbares Handling und eine angenehme Sitzposition. Komfortelemente wie Federgabel und gefederte Sattelstütze helfen dabei, Unebenheiten auf Kopfsteinpflaster oder schlechten Radwegen spürbar zu entschärfen und tragen zu einem insgesamt entspannten Fahrgefühl bei.
Abgerundet wird das Konzept durch die digital gesteuerten Sicherheitsfunktionen. Sowohl das mechanische Hinterradschloss als auch der Diebstahlschutz für den integrierten Akku lassen sich bequem über die App aktivieren oder deaktivieren – ganz ohne klassischen Schlüssel. Das funktioniert im Alltag überraschend komfortabel und passt gut zum insgesamt stark digitalisierten Ansatz des Bikes. Positiv ist zudem, dass Aventon eine Alternative zur App-Nutzung bietet: Über eine Tastenkombination an der Remote lässt sich ein Untermenü im Display öffnen, über das sowohl das Batterieschloss als auch das Hinterradschloss gesteuert werden können. Das ist praktisch, wenn man das Smartphone einmal nicht zur Hand hat. Gleichzeitig bleibt dieser Weg naturgemäß etwas weniger sicher, da hierfür kein zusätzlicher Sicherheitscode erforderlich ist. Wir empfehlen also unbedingt die Nutzung eines weiteren Sicherheitsschlosses.
Fazit – Aventon Trava ADV
Fazit – Aventon Trava ADV
Das Aventon Trava ADV hinterlässt im ersten Test einen sehr überzeugenden Eindruck. Für 2.899 Euro bietet das Trekking-E-Bike eine Ausstattung und technische Features, die in dieser Preisklasse bislang selten sind. Besonders der kräftige Ultro-S-Mittelmotor mit 90 Nm in Kombination mit der elektronischen Kettenschaltung sorgt für viel Fahrspaß. Die Schaltung arbeitet präzise und kann auf Wunsch sogar automatisch die passenden Gänge wählen – ein Feature, das im Alltag tatsächlich für spürbar mehr Komfort sorgt.
Dazu kommen smarte Details wie die in die Ausfallenden integrierten Rückleuchten sowie digitale Funktionen rund um Diebstahlschutz, Akku-Lock und Hinterradschloss. Kleinere Abstriche gibt es bei der eher einfachen Federgabel und der durchschnittlichen Bremsleistung. Insgesamt bietet das Trava ADV jedoch ein sehr stimmiges Gesamtpaket mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
Aventon Trava ADV – Pro / Contra
Stärken
- Kräftiger Mittelmotor mit 90 Nm sorgt für viel Schub auch an steilen Anstiegen Elektronische Kettenschaltung mit optionaler Automatikfunktion arbeitet sehr präzise Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die gebotene Technik Smarte Features wie App-Integration, GPS-Tracking, Akku-Lock und Hinterradschloss Helle, integrierte Rückleuchten in den Ausfallenden Robuster Gepäckträger mit 27 kg Traglast
Schwächen
- Nicht das Liechteste
- Federgabel spricht wenig sensibel an Bremsen mit eher durchschnittlicher Verzögerung Gefederte Sattelstütze mit viel Federweg erschwert die Sattelhöhen-Einstellung Display-Menü zum Entsperren ohne zusätzlichen Sicherheitscode
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Kommentare
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Aventon Trava ADV E-Bike im ersten Test: 90 Nm-Motor & Automatik für unter 3.000 €
Ein schickes Teil.
Ein Schloss, das sich am Fahrrad "deaktivieren" lässt, ist natürlich irreführend und fast schlimmer als gar keines - oder lässt sich das vielleicht doch irgendwie durch Codes sichern?
Eine mechanische, elektronisch angesteuerte Schaltung klingt erstmal nach dem schlechtesten aus zwei Welten - Defektmöglichkeiten bei allen Teilen und vermutlich eine schwierige Ersatzteilbeschaffung für den Aktuator. (Wahrscheinlich lässt sich zur Not ein normaler Schaltzug verlegen...)
Eine SattelstĂĽtze, die soweit ein- und ausfedert, dass die Zielgruppe kaum mehr aufsteigen kann - ist das sinnvoll?
HĂĽbsch und preiswert sieht das Ding aber aus!
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