Urbane Mobilität 2026 – Meinung: Das Auto darf nicht länger Maßstab sein

schlaurenz

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Urbane Mobilität 2026 – Meinung: Das Auto darf nicht länger Maßstab sein

Unser Plädoyer dafür, warum die Verkehrspolitik 2026 endlich weniger für den Autoverkehr tun sollte.

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Urbane Mobilität 2026 – Meinung: Das Auto darf nicht länger Maßstab sein

Was denkt ihr? Brauchen wir in euren Städten mehr Mut zur Begrenzung des Autoverkehrs? Reicht bessere Infrastruktur – oder müssen Parkraum, Zufahrten und Privilegien des Autos konsequenter reduziert werden?
 

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Re: Urbane Mobilität 2026 – Meinung: Das Auto darf nicht länger Maßstab sein
Dem "Fazit: Die Verkehrswende scheitert nicht am Geld – sondern am Mut" kann ich absolut zustimmen.

Das Problem ist, dass man als Politiker wiedergewählt werden will und dann drückt man sich um ungemütliche Entscheidungen, obwohl jeder weiss, dass es absolut notwendig ist und so nicht weiter gehen kann.

Die Behörden müssen wirklich endlich groß denken und Gesamtkonzepte entwickeln und nicht nach Haushalt den Flickenteppich verstärken.
 
Der Aussage "Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind da" möchte ich teilweise widersprechen, zum Beispiel beim Thema Tempo 30 innerorts. Sobald für eine Straße die Baulast nicht bei der Kommune sondern bei einer übergeordneten Behörde liegt (Staatsstraßen, Kreisstraßen...) ist es nach wie vor nahezu ein Ding der Unmöglichkeit Geschwindigkeitsbeschränkungen durchzusetzen, weil die Regelgeschwindigkeit eben Tempo 50 ist.

Und ja, das Thema Verkehr ist mit sehr emotional. Leider ist es sehr schwer all die Vorteile in die öffentliche Wahrnehmung zu bekommen die man erhält, wenn man den motorisierten Verkehr zurücknimmt (weniger Lärm, saubere Luft, Aufenthaltsqualität usw). Das endet schnell in Verteilungskämpfen, leider.
 
Was denkt ihr? Brauchen wir in euren Städten mehr Mut zur Begrenzung des Autoverkehrs? Reicht bessere Infrastruktur – oder müssen Parkraum, Zufahrten und Privilegien des Autos konsequenter reduziert werden?
Die Infrastruktur ist in unseren Städten meist schon sehr gut ausgebaut. Im Moment versuchen deswegen schon viele Städte den Autoverkehr zu vergrämen (offen zugeben würde das aber keine Stadt).
Das funktioniert aber halt nicht so wie gewünscht. Denn nicht unerhebliche Teile der Bevölkerung leben nun mal außerhalb der Stadtgrenzen, sind aber auf die Angebote der Städte (Fachkliniken, Fachärzte, Ämter) angewiesen. Da ist es halt schlicht dumm, wenn die gute Infrastruktur nicht weiter als zur Stadtgrenze reicht und man für die Fahrt mit dem PKW in die Stadt nur die halbe Zeit benötigt, wie mit dem ÖPNV. Von den astronomischen Kosten des ÖPNV für Gelegenheitsfahrer aus dem Umland, gar nicht zu reden.
 
der Mensch in Mitteleuropa hat sich an das bequeme wettergeschütze Motorgerät gewöhnt,
Städte und Wirtschaft haben drauf aufgebaut.

und solang das gefühlt so auch noch gut ist,
und bei Unbilden der Witterung noch keine sichere bequeme sinvoll leistungfähige Alternative dasteht,
wird auch der automobile Individualverkehr zu akzeptieren und nötig sein.

langfristig ist auch ein Bausparer,
aber halt unsexy ;)

und das letzte was diesen sinnvollen Umbau voranbringt sind aus dem Boden gestamofte Begrenzungen und Verbote,
sondern Investitionen in das was der Mensch will,
(was er vll garnicht weiß ;) )
auf langfristig sinnvolle Weise.
 
Leider ist es sehr schwer all die Vorteile in die öffentliche Wahrnehmung zu bekommen die man erhält, wenn man den motorisierten Verkehr zurücknimmt (weniger Lärm, saubere Luft,
Das wird in Zukunft ohnehin weniger bzw besser, Danke elektro Mobilität.
Aufenthaltsqualität usw). Das endet schnell in Verteilungskämpfen, leider.
Platz wird sicher mehr, wenn Parkplätze eingespart werden.

Ich finde es aber zu kurz gegriffen, wenn man sagt oder fordert, dass man radikaler und mit weniger Rücksicht (auf Verluste) den KFZ Verkehr einzuschränken.

Zuerst war man auch sketpisch (Auto vs Pferd/-kutschen). Dann hat man fast alles dem motorisierten KFZ Verkehr untergeordnet (in manchen Städten sogar den Fußgeherverkehr unter die Erde verfrachtet). Es ist/war wie es ist. Man hat den Menschen gesagt, sie sollen sich ruhig Autos kaufen, es ist gratis Platz für alle da. Dann hat man erkannt, dass durch die vielen Menschen mehr Wohnraum, also mehr Fläche benötigt wird. Plus der Wunsch, auch in einer Stadt, Grünzonen haben zu wollen. Dann hat man bei Neubauten verpflichtend Tiefgaraben Parkplätze errichtet.

Und seit einiger Zeit kommt der Gegentrend. Nicht plötzlich und auch nicht von heute auf morgen, aber man kann halt diese Entwicklung nicht so einfach wieder rückgängig machen. Wohin sollen die Autos die es schon gibt? In den Städten ist es wohl mittlerweile eh jedem klar, dass ein Auto nicht mehr gewünscht ist. Manche Städte sind da auch sehr agressiv und feindlich. Trotzdem muss man eine Möglichkeit bieten, die Autos irgendwo abstellen zu können. Vermutlich verden dann Parkgaragen bzw -häuser am Rande der Stadt gebaut. Die auch dann auch noch zusätzlich von den Pendlern genutz werden.

Wobei sich das Thema in den nächsten zehn Jahren ohnhin von selbst erledigen wird. Nämlich dann, wenn es die selbstfahrenden Autos bzw Taxis geben wird. Dann braucht man kaum mehr ein eigenes Auto.

Dann ruft man sich ein Auto, fährt wohin man gerade muss, und das Auto fährt dann selbständig in eine Garage.
 
Der Aussage "Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind da" möchte ich teilweise widersprechen, zum Beispiel beim Thema Tempo 30 innerorts. Sobald für eine Straße die Baulast nicht bei der Kommune sondern bei einer übergeordneten Behörde liegt (Staatsstraßen, Kreisstraßen...) ist es nach wie vor nahezu ein Ding der Unmöglichkeit Geschwindigkeitsbeschränkungen durchzusetzen, weil die Regelgeschwindigkeit eben Tempo 50 ist.

Und ja, das Thema Verkehr ist mit sehr emotional. Leider ist es sehr schwer all die Vorteile in die öffentliche Wahrnehmung zu bekommen die man erhält, wenn man den motorisierten Verkehr zurücknimmt (weniger Lärm, saubere Luft, Aufenthaltsqualität usw). Das endet schnell in Verteilungskämpfen, leider.
Sehr guter Punkt! Das Ding mit den zähen 25 km/h ist wirklich eine große Stellschraube, die natürlich vor allem von rechtlicher Seite aus hakt. Ich erlebe es hier jeden Tag, wie störend diese 5 km/h weniger im Verkehrsfluss sind. Und teilweise einfach auch gefährlich, weil sie Autofahrende zu fragwürdigen Überholmanövern zwingen, scheinbar …

Schön, wie rege hier zu diesem wichtigen Thema diskutiert wird! Weiter so 👍
 
Sehr guter Punkt! Das Ding mit den zähen 25 km/h ist wirklich eine große Stellschraube, die natürlich vor allem von rechtlicher Seite aus hakt. Ich erlebe es hier jeden Tag, wie störend diese 5 km/h weniger im Verkehrsfluss sind.
Die Lösung ist einfach: Abschaffung der rechtlichen Gleichstellung mit Fahrrädern.
Und teilweise einfach auch gefährlich, weil sie Autofahrende zu fragwürdigen Überholmanövern zwingen, scheinbar …
Und wo sollen Fahrräder hin? Also richtige, ohne Hilfsmotor?
 
Na auf baulich getrennte Radwege. 🙃 Es muss einfach beides konsequent umgesetzt werden – Investitionen in Radinfrastruktur und Abbau von autozentrischer Infrastruktur und Gesetzgebung.

Und wo wir schon bei Wünsch-dir-was sind: Der Übergang in eine Kreislaufwirtschaft und ein grünes Schrumpfen unserer Wirtschaft sind auch mehr als überfällig. 😇
 
Screenshot_20260223-130117_Gallery.jpg


ich denk wir brauchen allen einen Sinn für sinnvolles Verhalten,
dann kommen wir alle nen Stück besser in täglichen Infrastrukturkampf mit einander klar.
 
ich denk wir brauchen allen einen Sinn für sinnvolles Verhalten,
Absolut richtig, aber wie man am Foto schön sehen kann, legt kaum noch einer Wert auf ein gesundes Miteinander und viele begeben sich bewußt in Konfliktsituationen und das nicht nur zwischen Radfahrer <> Autofahrer sondern auch untereinander.
 
aber es bleibt oft die Frage warum :
-nutz ich den guten Radweg nicht
-überhol ich den Radler auf breiter Straße mit knappen Abstand
-park ich auf breiter Strasse Rad/Gehweg zu
-drängel ich mich rechts an der wartenden Autoschlange vorbei
-vertraue ich auf Popup Radwege u. Fahrradstrassen
-verzichte auf sauberes Licht u. Refektoren
-nutze den rechten Rückspiegel nicht
......
beharre auf mein Recht und bleib im Schadensfall auch schuldlos auf eigenen Kosten sitzen ?!
 
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