Unfallbilanz 2025: 44 Verkehrstote mehr – warum nicht weniger?

Passt doch alles in die politische Agenda, die von der Rechten verfolgt wird: Klimawandel leugnen oder verharmlosen, Rückkehr zu Öl- und Gas, Auto first, keine Vision Zero und kein 30 km/h innerorts, ...
Tote Fußgänger:Innen und Radfahrer:Innen sind in dem Weltbild nur Kollateralschäden.
 
Gerade Berlin finde ich ein ganz schlechtes Beispiel. Denn in einer Stadt, wo nach offiziellen Angaben nur noch 22 % der Wege mit dem MIV zurückgelegt werden, sind auch 10 Verkehrstote eine deutlich zu hohe Quote.
Da steht Hamburg bei 11 Verkehrstoten mit einem MIV Anteil von 32 % deutlich besser da.


Nur vorsorglich, weil einem das sonst wieder vorgehalten wird: selbstverständlich ist jeder Verkehrstote einer zu viel!
 
Zuletzt bearbeitet:
Um eine Veränderunge in der Verwaltung und bei den Entscheidungsträgern zu erreichen, ist es noch ein langer Weg. Von einem großen Teil der Bevölkerung wird das Auto als unabdingbar wahrgenommen. Das Fahrrad, E-Roller etc. und auch Fußgänger sind Verkehrsteilnehmer 2. Klasse. Das ändert sich erst, wenn das Auto lokal nicht mehr das Verkehrsmittel Nummer 1 ist. Dies ist auch in vielen Städten bei einer veränderten Struktur zu beobachten. Es ist richtig, dass der Verwaltung und den politischen Verantwortlichen in vielen Fällen bei einer Planung der Straßen ein systemisches Versagen vorgeworfen werden kann. Dieses sollte dann auch bei Unfällen laut zur Sprache gebracht werden. Denn systemisches Versagen und Fehlplanungen bedeuten auch eine Mitschuld an Unfällen.
 
Hier in unserer Kleinstadt passiert endlich was.
Hauptstrasse wird zugunsten der Fußgänger schmaler, Tempo 20, Fahrradstellplätze (teils überdacht), Lastenradverleih, Sitzbänke, Grünflächen, weniger Parkplätze, Ladeinfrastruktur.
Ziel ist mehr Gleichberichtigung der Verkehrsteilnehmer und eine höhere Aufenthaltsqualität.
Das ganze Vorhaben betrifft leider nur wenige 100 m, aber die Richtung stimmt und wenn es gut umgesetzt wird, gilt es ja vielleicht als Vorbild für den weiteren Ausbau.

Hab leider noch Bedenken, weil das
Von einem großen Teil der Bevölkerung wird das Auto als unabdingbar wahrgenommen.
ist grade hier im Sauerland in den Köpfen ziemlich festzementiert.
 
"Alles scheint im Rahmen zu liegen. Kein Aufschrei. Kein radikales Hinterfragen." Ich frag mich ja manchmal, warum das so ist. Es ist inzwischen praktisch unmöglich, in einem öffentlichen Gebäude bei einem Brand ums Leben zu kommen. Der Brandschutzgutachter eskaliert gerne und dann ist auch richtig richtig teuer. Da werden keine Kompromisse gemacht. Dabei sterben in Deutschland weniger als 300 Menschen/Jahr bei Brändenn (in öffentlichen UND Privatgebäuden) (https://www.feuertrutz.de/daten-zu-brandtoten-interpretation-sinkender-fallzahlen-30042025) .Die 2.814 Verkehrstoten nehmen wir einfach so in Kauf.

Woher kommt der Unterschied? Bei der Verkehrsplanung haftet - anders als beim Brandschutz - niemand persönlich für eine gefährliche Planung.

Abhilfe: Für jedes Straßenbauprojekt muss eine gutachterliche Stellungnahme zur Verkehrssicherheit für Zweiräder (auch Motorradfahrer leben gefährlich) und Fußgänger eingeholt werden. Da die Gutachtenden für ihre Gutachten gerade stehen müssen und sich auch Städte und Gemeinden nicht über die Gutachten hinweg setzen können (sobald die mal in der Welt sind) wird sich was bewegen - ganz von alleine. Auf einmal gibt es jetzt Menschen, die für Planungsfehler persönlich haften - Der Gutachter für sein Gefälligkeitsgutachen oder der Bürgermeister, der sich als Chef der zuständigen Behörde über ein Gutachten hinweg gesetzt hat. Was beim Brandschutz funktioniert, wird auch beim Straßenbau funktionieren.
 
HI Leute
Ich mache mir schon seit Jahren diese Gedanken wie im Artikel beschrieben. Wie normal diese Toten Verlezten und der Umgang damit ist.
Aber ERNSTHAFT ! Sechse Kommentare seit dem 1 März. Wehe hier geht es um Techtalk rote, rosa oder blaue Naben. Carbon, Stahl oder doch Alieneisen.
Da haste sechs Komentare in sechs millisekunden !!!!!!!!!!!!
Da sollte sich die Community selbst hinterfragen !!
 

Genau "hä?"
Wo sollen den bitte die Beiträge pro Millisekunde her kommen?
Das hier ist nicht das gelbe Forum. :ka:

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Aber ERNSTHAFT ! Sechse Kommentare seit dem 1 März. Wehe hier geht es um Techtalk rote, rosa oder blaue Naben. Carbon, Stahl oder doch Alieneisen.
Da haste sechs Komentare in sechs millisekunden !!!!!!!!!!!!
Da sollte sich die Community selbst hinterfragen !!
Mit 2 Beiträgen im Forum innerhalb 3,5 Jahren, bist Du ja auch gut dabei.
 
HI Leute
Ich mache mir schon seit Jahren diese Gedanken wie im Artikel beschrieben. Wie normal diese Toten Verlezten und der Umgang damit ist.

1. Das meiste spielt sich hinter den Kulissen ab.
2. Im Hintergrund gibt es diverse Organisationen die das professionell (für uns) betreiben.
3. Und dann gibt es auch noch die andere, oder auch Gegenseite, die da nicht mit"geht".

4. Daneben gibt es immer wieder Aufsehenerregende Fälle, die dann breit getreten werden, Medial ausgeschlachtet und dann auch diskutiert wird.

5. Dann gibt es bei ein paar ein Umdenken.
6. Einer ist davon persönlich betroffen und setzt seine ganze Lebensernergie dafür ein, dass zu ändern bzw zu verbessern.

Und dann geht dasselbe Spiel wieder von vorne los, 1+2, 3.


Aber ERNSTHAFT ! Sechse Kommentare seit dem 1 März.
Und dann gibt es noch die, die meinen oder erkannt haben, dass das Internet, das Forum, die sozialen Medien nicht dafür geeignet sind und es eher Zeitverschwendung ist.
 
alles nicht schön,
aber 4.5 Prozent weniger tötliche Badeunfälle ist doch auch mal was :)
 
die 50 bis 70 Jährigen gehen am häufigsten zur Wahl,
und diese Altergruppe mag halt auch gern mit dem Auto fahren.

es dauert also noch nen bissel,
aber nicht ewig ;)
 
50 bis 70 Jährigen gehen am häufigsten zur Wahl ...

Letzte Wo. war bei uns im südl. Stadtteil von BN eine Bürgersprechstunde mit (fast) allen pol. Parteien, Verwaltung, ... . Als einer der Bürger das Thema "30 km/h" ansprach, ging ein Raunen durch die Menge. Es ist wirklich unfassbar wie dumm viele Mitbürger sind: Die nehmen den Auto-Fetischisten doch wirklich die Story ab, dass bei einer Regelgeschwindigkeit von 30 km/h die Ökodiktatur eingeführt wird und alle Autofahrer:Innen als Geisel genommen werden. Die verstehen einfach den Sinn einer solchen Regelung nicht und glauben allen Ernstes, man müsste dann überall 30 km/h fahren.

Warum muss immer noch vor jedem Kindergarten, jeder Schule, ... für 30 km/h gekämpft werden ? Sollen sich doch künftig die Raser erklären, warum auf bestimmten Straßen schneller als 30 km/h gefahren werden soll.
 
ich habe es heute im Nachmittagsverkehr (aka Feierabendverkehr) immerhin auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. so ungefähr, aufgerundet, wohlwollend aufgerundet, 30km/h geschaft.

die Zeiten in denen man 50 km/h mit dem Automobil innerhalb von Ortschaften schafft, sind so um Mitternacht.

bei uns in der Kleinstadt gibts allerdings nurnoch die Hauptdurchgangsstrassen als 50er,
der Rest ist 30er o weniger.
 
Ehrlich gesagt überraschen mich diese Zahlen nicht. Ich fahre das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit, und selbst in Städten mit guter Radinfrastruktur erlebe ich fast wöchentlich gefährliche Situationen.

Letzten Winter hatte ich morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Beinaheunfall. Es war noch dunkel, es regnete leicht, überall waren reflektierende Fahrbahnmarkierungen, und die Autofahrer rasten über eine Kreuzung in der Nähe des Bahnhofs. Ich hatte Licht an, trug reflektierende Kleidung, alles. Trotzdem bog ein Fahrer direkt vor mir ein, weil er mich angeblich erst im letzten Moment „gesehen“ hatte.

Viele denken, Sichtbarkeit bedeute nur, möglichst helles Licht zu haben, aber Blendung ist auch ein Problem. Manche Fahrradlichter sind so grell, dass sie entgegenkommende Radfahrer und sogar Autofahrer blenden. Wenn die Sicht bei Nässe für alle schlecht ist, verschlechtern sich die Reaktionszeiten.

Nach diesem Vorfall bin ich auf ein Frontlicht mit Abblendlicht umgestiegen und benutze derzeit ein Magicshine HORI 1300 PRO an meinem Pendlerfahrrad. Es leuchtet die Straße gut aus, ohne die Leute direkt zu blenden, und ich habe tatsächlich weniger aggressive Reaktionen von entgegenkommenden Radfahrern und Fußgängern bemerkt.

Aber Technologie allein wird das Problem nicht lösen. Ich denke, das größere Problem ist, dass im Straßenverkehr immer noch Geschwindigkeit Vorrang vor Aufmerksamkeit hat. Dunkle Kreuzungen, abgelenkte Fahrer, schlecht gestaltete Radwege und aggressives Überholen führen zu Situationen, in denen ein kleiner Fehler tödlich sein kann.

Jedes Mal, wenn ich solche Statistiken lese, denke ich darüber nach, wie normal diese Beinaheunfälle für Radfahrer geworden sind. Das ist das Beängstigende daran.
Als Einordnung für die übrigen Leser: dieser „User“ gibt in seinem Profil die Webseite der von ihm in jedem Beitrag erwähnten Produkte eines bestimmten Herstellers von Fahrradbeleuchtung an.
 
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