Mainz plant innovatives Radwegenetz: Wird Mainz das deutsche Kopenhagen?

schlaurenz

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Der nächste Ankündigungsweltmeister ? Die Stadt Bonn wollte vor ein paar Jahren auch Fahrradhauptstadt werden. Und was ist daraus geworden? NICHTS!
 
ist wie mit "Kinderfreundlicher Kommune"

die Auszeichung kommt bevor das Projekt angegangen wird 🙄
 
Wie schon beschrieben 100% Energie in Ankündigungen 0% in machen.
Ich hoffe den beteiligten geht weder Luft noch Geld aus.
 
Leider muss ich mich meinen Vorrednern mit einer eher pessimistischen Meinung anschließen. Solche Ankündigungen hat man schon häufig gehört, aber es scheitert meistens schon vor den ersten Umsetzungsschritten an erfolgreicher Lobbyarbeit konservativer Parteien und „besorgter Einzelhändler“.
 
Ich kann nur meine Erfahrung aus Bonn wiedergeben:
Das größte Geschrei gegen mehr Platz für den Radverkehr kommt meistens von den Menschen, die überhaupt nicht in der Bonner Innenstadt leben (und den Auswirkungen des Autoverkehr leiden), sondern denen die in die Stadt (zur Arbeit, Shoppen, ... what ever) mit dem Auto pendeln. Diese Gruppe von Menschen ist teilw. nicht einmal in Bonn wahlberechtigt od. wohnt in den wohlhabenden Bezirken Bonns. Bei den letzten Kommunalwahlen hatten nämlich die Grünen in den innerstädtischen Wahlbezirken die meisten Stimmen bekommen, weil sie sich klar für eine Verkehrswende ausgesprochen hatten. Was jetzt von den Plänen in der Realität in einer Koalition mit SPD, Linke und Volt umgesetzt wurde, steht auf einem anderen Blatt.
 
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Wer erkennt den Fehler?
Strassen werden seit tausenden von Jahren für mehrspurige Fahrzeuge gebaut um Waren und Menschen zu transportieren. Strassen ermöglichten die Entwicklung der Länder und Städte überhaupt erst.
Gäbe es nur Fußgänger würde es bis heute nur Trampelpfade geben und wir würden nicht über die Grenzen unseres Dorfes heraus kommen.
So gesehen werden den Autos zur Zeit ihr historisch angestammter Platz genommen bzw. eingeschränkt.
 
Das ist mit Verlaub ausgemachter Blödsinn. Warum sollen Autofahrende mehr Rechte als andere Verkehrsteilnehmer haben ? Was fehlt, ist ein gerechtes Nebeneinander und nicht eine Verkehrsplanung von Innen nach Außen (erst Autos und den "Rest" sollen sich mal schön Rad- und Fußverkehr teilen).
Keine 300m von uns verläuft eine Straße, wo es noch genau so ist. Da ist der Gehweg teilw. keine 50cm breit, weil fast der gesamte zur Verfügung stehende Raum den Autos zugewiesen wurde. Wie sollen hier sicher Kinder, Eltern mit Kinderwagen und Rentner:Innen mit Rollator entlangkommen ? Wenn man dort auf die Straße ausweicht, wird man von den Autofahrenden auch noch angehupt, weil man die Dreistigkeit besitzt in deren Territorium einzudringen.
 
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Wer erkennt den Fehler?
Strassen werden seit tausenden von Jahren für mehrspurige Fahrzeuge gebaut um Waren und Menschen zu transportieren. Strassen ermöglichten die Entwicklung der Länder und Städte überhaupt erst.
Gäbe es nur Fußgänger würde es bis heute nur Trampelpfade geben und wir würden nicht über die Grenzen unseres Dorfes heraus kommen.
So gesehen werden den Autos zur Zeit ihr historisch angestammter Platz genommen bzw. eingeschränkt.
Selten so einen Blödsinn gelesen. Wer erinnert sich nicht, wie die Römer mit ihrem V8 über die Via Appia gedonnert sind. Und als die große Mehrheit der Bevölkerung im frühen 20. Jahrhundert in London mit ihren Fahrrädern über Trampelpfade gefahren sind. 🤣
 
stimmt aber schon.

wir brauchen Wege für 2spurige Fahrzeuge.
auch für den Warentransport.

und wir brauchen Kundschaft von Aussserhalb in unseren Städten.

isso.


wir müssen nur ein jeweilig sinnvolles Konzept für "alle" Transportmöglichkeiten haben.


allein die googelei nach Bahnstreckenstilllegung seit den 60er Jahren sagt so einiges ....
das wir kein Konzept haben :(
 
wir brauchen Wege für 2spurige Fahrzeuge.
Geht bitte nicht dieser populistischen Argumentation auf den Leim. Es wurde von niemandem ein "Entweder Oder" ("Das falsche Dilemma") gefordert, sondern eine Neuverteilung bzw. Neuordnung der Verkehrsflächen. Dass dort natürlich Platz für Anwohner:Innen und Lieferverkehr vorhanden sein muss, ist ja wohl klar.
 
Neuverteilung klingt gut, nur ist die Fläche eben limitiert. Breite Strassen schmäler zu machen funktioniert nur begrenzt.
 
Mir brennen so viel Möglichkeiten auf der Zunge, aber ich kommentiere den Troll nicht mehr.
 
man muss sich beim Umbau der Verkehrsflächen halt daran orientieren was man wirklich braucht,
und ob es für mache Verkehrsform keine Alternative gibt.
dann spart man auch iwann die zweite, dritte Strassenspur.

zB innerorts den Fahrradverkehr fördern,
in dem man kürzere Strecken zu den wichtigen Punkten schafft,
die getrennt vor allem vom geballten KFZ Verkehr führen (Sicherheit, Luftverschmutzung, Wegezeit)

vermehrt die Öffis fördern,
subventionieren (auch Park'n'Ride gehört dazu)

usw .....

auch wirtschaftliche Anreize zu mehr kleinen Grundversorgern ist ein Weg weg vom nötigen individuellen KFZ Verkehr.

gerade Ballungsräume haben hier das Potenzial,
und auch schnelle Umsetzbarkeit.


und keine Angst,
Populismuss in jeglicher Form wird nur in der Musik geduldet :D ;)
 
Das eine Umverteilung der Verkehrsströme je nach Verkehrsmittel klappen kann, sieht man inzwischen in sehr vielen Städten und wenn es Mainz wirklich ernst meint, dann sehe ich da schon die Möglichkeit eines Erfolges.

Ich bin seit 2014 fast jedes Jahr in London und dort hat sich ebenfalls extrem viel getan und man kann nicht sagen, dass die Stadt jetzt ein Problem mit der Belieferung der Pubs und anderer Geschäfte hat.

Was dort halt sehr gut funktioniert ist der ÖPNV und das ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Bausteine um in einer Stadt den Autoverkehr zu reduzieren, damit andere Verkehrskonzepte sich entwickeln können.
 
Das eine Umverteilung der Verkehrsströme je nach Verkehrsmittel klappen kann, sieht man inzwischen in sehr vielen Städten und wenn es Mainz wirklich ernst meint, dann sehe ich da schon die Möglichkeit eines Erfolges.

Ich bin seit 2014 fast jedes Jahr in London und dort hat sich ebenfalls extrem viel getan und man kann nicht sagen, dass die Stadt jetzt ein Problem mit der Belieferung der Pubs und anderer Geschäfte hat.

Was dort halt sehr gut funktioniert ist der ÖPNV und das ist aus meiner Sicht einer der wichtigsten Bausteine um in einer Stadt den Autoverkehr zu reduzieren, damit andere Verkehrskonzepte sich entwickeln können.
London ist ein gutes Beispiel von Dir, denn die ziehen hier alle notwendigen Hebel um die Stadt sauberer und lebenswerter zu machen und den Verkehrsinfarkt zu vermeiden:

  • Gut ausgebauter ÖPNV (auch wenn das Alter der Tube eine große Herausforderung ist)
  • Sie setzen nun ganz klar auf den Radverkehr bei innerstädtischen Wegen und bauen konsequent aus
  • Congestion Charge (Maut-System) für die Stadt von ca. 18,- EUR pro Tag

Menschen die im Gesundheitswesen arbeiten, Patienten, Pfleger oder öffentlicher Dienst sind von der Maut natürlich ausgenommen. Da gibt es noch etliche Ausnahmen um die wirklich notwendige Nutzung von PKWs nicht zu bestrafen.

Der Anteil des Radverkehrs nimmt in gewaltigen Schritten zu, überall dort wo baulich getrennte Radspuren entstehen sogar um bis zu 30% p.a.

Was uns in Deutschland eben so sehr von unseren europäischen Nachbarn unterscheidet, ist der wesentlich pragmatischere Umgang mit dem Thema im Ausland. Bei uns wird es zum Kulturkampf ‚Auto gegen Fahrrad‘ stilisiert, dort als notwendige Maßnahme um dem Verkehr und der Umweltbelastung noch Herr zu werden und eine auf die Menschen ausgerichtete Stadt zu gestalten. Auch in anderen europäischen Städten gibt es durchaus Widerstände, aber dort wird das nicht zu einem Zerrbild der individuellen Freiheit pervertiert.
 
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Meine Rede: Die Gegner:Innen einer Neuordnung der Verkehrsflächen reden immer ein "entweder oder" herbei (das bereits erwähnte falsche Dilemma). Das fordert aber niemand. Die Aktion des ADFC heißt ja auch #MehrPlatzFürsRad und nicht #NurPlatzFürsRad.
 
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wir Deutschen sind halt bequeme Pessimisten !

erstmal ist eine Überlegung in andere Richtig die existentielle Bedrohung überhaupt,
und diese kann man dann aufgebauscht schön totreden.

meine Schwiegermutter (Nachkriegsgeneration) kann umsonst den ÖPNV benutzen,
wehrt sich aber oft mit Händen und Füssen dagegen,
und nimmt lieber ihr Auto,
und schimpft über den rabiaten Strassenverkehr :ka:
 
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