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Specialized x Fjällräven Fahrradtaschen – Ausprobiert
Große Marken, hohe Erwartungen

Wir haben die Specialized x Fjällräven Bikepacking-Taschen aus der „Great Nearby“ Kollektion ausprobiert: In dieser Rubrik findet ihr regelmäßig kurze Vorstellungen von spannenden Produkten, die wir einem ersten Check unterzogen haben. Heute stellen wir euch die neue Rahmen- und Oberrohrtasche sowie die Sattelstütztasche vor.

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Specialized x Fjällräven – The Great Nearby: Bikepacking-Taschen

Zu Beginn der neuen Saison hatten wir über die Kooperation von Fahrrad-Urgestein Specialized und Bekleidungs- und Outdoor-Experten Fjällräven berichtet. Im Juli erreichten uns dann die ersten Testmuster auf der frisch aufgelegten Bikepacking-Kollektion – und bevor die Saison endet, wollen wir unsere Erfahrungen kurz für euch zusammenfassen. In den letzten Monaten haben uns die folgenden drei Produkte im Alltag, auf dem Rennrad und auf dem Gravel Bike begleitet: Oberrohrtasche, Rahmentasche und Sattelstütztasche.

Diashow: Specialized x Fjällräven Fahrradtaschen – Ausprobiert: Große Marken, hohe Erwartungen
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# Wir haben drei Produkte der neuen Specialized x Fjällräven Bikepacking-Kollektion „The Great Nearby“ ausprobiert - Sattelstützentasche (links), Rahmentasche (mitte) und Oberrohrtasche (rechts).

# Die Sattelstützentasche ist das bewährteste Mittel, um am Fahrrad bei hoher aerodynamischer Effizienz und schneller Montage viel Stauraum zu bieten. - die Alternative wären ein Rucksack oder Gepäckträgertaschen, beide mit ihren eigenen Schwächen
# Rahmentaschen sind praktische Helfer für zusätzlichen Stauraum - mit dem Vorteil, dass man während der Fahrt Zugriff hat und Ladekabel an den Lenker legen kann.

Specialized/Fjällräven Top Tube Bag

Die Oberrohrtasche ist ein praktischer Begleiter: Hinter dem Vorbau oder vor der Sattelstütze montiert, ist sie sowohl stets gut erreichbar, als auch in keiner Weise aerodynamisch störend. Der wasserdichte Zwei-Wege-Reißverschluss ermöglicht flexiblen Zugriff auf alles Wesentliche, zum Beispiel Geldbeutel und Riegel.

Das Design ist halbweich ausgeführt: Der verstärkte Boden kann entweder mit Klettbändern am Oberrohr oder aber – einen kompatiblen Rahmen vorausgesetzt – mit zwei Schrauben befestigt werden. Ein zusätzliches Klettband um den Schaft oder die Sattelstütze sorgen für zusätzliche Sicherheit. Die restliche Tasche ist flexibel ausgeführt und aus witterungsbeständigem Vinylon F hergestellt, das mit recyceltem Nylon gefüttert ist. Die Seitenteile sind zusätzlich mit Schaumstoff gepolstert, damit die Tasche nicht beult und aus der Form geht. Außerdem wird so eine grundsätzliche Wasserdichtigkeit sichergestellt. Über eine ebenfalls wasserfeste Kabelöffnung an der Vorderseite können Ladekabel zum Lenker geführt werden.

Die Details im Überblick

# Die Oberrohrtasche wird vorne oder hinten auf dem Oberrohr montiert.
# Als Standard wird die Oberrohrtasche mit zwei Klettbändern um das Oberrohr befestigt - deutlich schöner ist die Verschraubung; zumindest dann, wenn der Rahmen die entsprechenden Gewinde vorsieht.
# Klettband zur Sicherung um den Schaft? Etwas schwierig, wenn die Leitungen in den Steuersatz laufen müssen - wir haben sie kurzerhand weggelassen.
# Befestigung über Klettbänder oder per Schrauben? Bei der Oberrohrtasche hat man die Wahl - die Rahmentasche kann nur mittels der Klettbänder befestigt werden
# Die Öffnung der Oberrohrtasche fällt relativ schmal aus - seitliche Netztaschen reduzieren das Chaos.
# Die Unterseite der Oberrohrtasche ist gummiert, während die Rahmentasche einen umlaufenden Gurt aufweist
# Die Oberrohrtasche versteckt sich schlank hinter dem Vorbau - gut ein Liter Volumen entsteht dennoch, da sie vergleichsweise lang geschnitten ist.

Unser Eindruck aus der Praxis: Die Oberrohrtasche von Specialized und Fjällräven ist im Handumdrehen montiert – am Rose Backroad Carbon profitieren wir von der Verschraubung am Oberrohr. Allerdings gibt es „dank“ der unter dem Vorbau in den Steuersatz geführten Leitungen keine vernünftige Möglichkeit, um das zusätzliche Klettband um den Schaft zu montieren. Diese Befestigung lassen wir in der Folge einfach weg.

Mit etwas mehr als einem Liter Volumen fällt die Oberrohrtasche vergleichsweise groß aus, streckt sich dabei aber vor allem lang und bleibt so angenehm flach. Der Reißverschluss ist einfach zu bedienen und wasserdicht; im Inneren helfen kleine seitliche Netztaschen bei der Organisation. So geht auch währen der Fahrt nichts verloren. Die durch seitliche Polster versteifte Konstruktion sorgt dafür, dass die Tasche auch bei geöffnetem Reißverschluss eng geschlossen bleibt – das erschwert etwas die Zugänglichkeit, verhindert jedoch, dass man unbeabsichtigt ihren Inhalt verliert.

Die Verabeitung ist sauber und die Tasche tut zuverlässig, was sie soll. Dazu gibt es vier Farben von auffällig (Ox Red, Ochre) bis sehr dezent (grün, schwarz). Reflektierende Logos sorgen für zusätzliche Sicherheit. Und die Wasserdichtigkeit? Das Obermaterial saugt nicht und der Reißverschluss ist gedichtet. Doch da die Nähte nicht getaped sind, wird theoretisch irgendwann Wasser eindringen können. In Ermangelung von schlechtem Wetter haben wir den Test unter der Dusche vollzogen. Nach kalten 15 Minuten direkt unter der Brause gab es keinen Wassereintritt zu berichten.

Der Preis von 55 € macht die Specialized Fjällräven Oberrohrtasche zu einer der teuersten Vertreterinnen ihrer Art. Mit 139 g liegt sie beim Gewicht hingegen auf einem Level mit dem Wettbewerb.

Specialized/Fjällräven Frame Bag

Die Bikepacking Rahmentasche der Great Nearby-Kollektion haben Specialized und Fjällräven in drei größen und zwei Farben im Programm. So wird den verschiedenen Oberrohrlängen unterschiedlichster Rahmen Rechnung getragen. Konkret sind die Taschen zwischen 40 (S), 47 (M) und 53 cm (L) lang, wobei bei leicht steigender Höhe das Volumen von 2,4 über 3,1 bis ca. 4,5 l reicht.

Der wasserdichte Zwei-Wege-Reißverschluss läuft auf der oberen rechten Seite um und erlaubt ein Öffnen des durchgehenden Fachs von vorne oder hinten. Insgesamt sieben Klettverschlüsse halten die Tasche am Rahmen (2x Sitzrohr, 3x Oberrohr, 2x Unterrohr).

Die Rahmentasche ist aus Vinylon F gefertigt und mit 100 % recyceltem Nylon gefüttert. So soll sie witterungsbeständig sein – an der Vorderseite gibt es außerdem eine wasserfeste Kabelöffnung, um beispielsweise das Smartphone oder GPS am Lenker auf langen Ausfahrten laden zu können. Angaben zur eigentlichen Wasserdichtigkeit der Tasche machen Specialized und Fjällräven nicht. Um die Struktur der Tasche zu stützen, sind im oberen Bereich außerdem stabilisierende Platten aus Kunststoff eingenäht.

Die Details im Überblick

# Vier Farben stehen für die Oberrohrtasche zur Wahl, bei der Rahmentasche und der Sattelstützentasche muss man mit zweien Vorlieb nehmen.
# Sieben Klettbänder hat die Rahmentasche, benötigt werden sie nicht alle - das voluminöse Steuerrohr des Rose Backroad Carbon war fast zu viel für die Bänder, während die tief ansetzenden Sitzstreben eindeutig im Weg waren.
# Seitliche Netztaschen helfen bei der Organisation - eine weitere Unterteilung des langen Hauptfachs gibt es nicht.
# Der umlaufende Gurt der Rahmentasche saugt fleißig Wasser, während das Obermaterial stark abweisend ist - auch unter der Dusche hatten wir hier keine Schwierigkeiten mit Wassereintritt in die Tasche.
# Die Specialized Rahmentasche wird in drei Längen angeboten - so sollte bei den meisten gängigen Rahmen eine gute Passung garantiert sein.

Unser Eindruck aus der Praxis: Über die Klettverschlüsse lässt sich die Rahmentasche schnell und rutschsicher befestigen. Voluminöse Oberrohre wie das des Rose Backroad Carbon bringen die Gurte jedoch nah an die Grenzen ihrer Länge. Die tief angreifenden Sitzstreben kollidierten außerdem mit dem unteren der beiden hinteren Klettverschlüsse – auf längere Sicht würden wir diesen Streifen wohl eher demontieren. Schön wäre außerdem gewesen, wenn die Tasche oben gummiert wäre, um Kratzer auf sensiblen Lacken zu vermeiden. Doch je nach dem, unter welchen Bedingungen die Tasche eingesetzt wird, sind Kratzer ohnehin unvermeidbar.

Wir haben die Rahmentasche sowohl an einem Rose Backroad Carbon (Größe 55 cm), als auch einem Cube Agree C:62 SLT (Größe 53 cm) montiert und gefahren. In beiden Rahmen hat sie in Größe M perfekt gepasst und bietet erstaunlich viel Staufraum für zum Beispiel Geldbeutel, Werkzeug, Riegel und eine Regenjacke. Die Reißverschlüsse sind seitlich sehr kurz gehalten, so dass die ganz geöffnete Tasche nicht einfach aufklappen und sich entleeren kann. Der Zugriff fällt dementsprechend etwas enger aus. Aber Sicherheit in der Anwendung geht hier vor – gerade, wenn man während der Fahrt zugreifen will. Im Inneren der Tasche helfen seitliche Netzfächer für zusätzliche Ordnung. Eine weitere Unterteilung des Hauptfachs ist nicht vorgesehen.

Und die Wasserdichtigkeit? Wie auch die Oberrohrtasche ist der Specialized Framebag mit einem Obermaterial ausgestattet, das nicht saugt – es perlt aber auch nicht perfekt ab. Der Reißverschluss ist gedichtet, so dass hier kein Wasser eintritt. Wir haben den Test unter der Dusche gemacht und nach 15 Min. unter der (kalten) Brause steht fest: Das Obermaterial wird feucht, lässt aber kein Wasser nicht innen durch. Das könnte theoretisch an den nicht abgeklebten Nähten passieren, doch soweit ist es in unserem Duschtest nicht gekommen. Lediglich der umlaufend vernähte Gurt, in dem die Klettbänder zur Montage am Rahmen eingeschoben sind, saugt fleißig. Er ist jedoch keine Brücke direkt ins Innere der Tasche. Dazu kommt, dass die Rahmentasche ohnehin unter dem Oberrohr vergleichsweise gut vor Nässe geschützt ist.

Das Gewicht von 272 g ist gut, der Preis von 80 bis 100 € (je nach Größe in 10 € Schritten) ist relativ hoch, aber doch auf dem Level der bekannten Wettbewerber. Die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck – sowohl was die Materialauswahl, als auch die Ausführung (z.B. Nahtbild) angeht.

Specialized/Fjällräven Seatbag Harness und Seatbag Drybag

Eine klassische Satteltasche, genauer Sattelstütztasche und auf der Straße gerne auch als „Arschrakete“ bezeichnet, durfte in der Specialized x Fjällräven Great Nearby-Kollektion natürlich nicht fehlen. Anders als andere Hersteller geht das nordisch-kalifornische Team hier jedoch einen etwas anderen Weg. So ist die Satteltasche zweigeteilt ausgeführt: Der Holster mit Spritzschutz zum Reifen wird mit den Sattelstreben verschraubt und an der Sattelstütze befestigt. Der passende Drybag mit 10 oder 16 l Volumen kann dann eingeschoben und verzurrt werden. Der Vorteil: Der Sack ist schnell und ohne Demontage des Holsters zu entnehmen und bleibt von unten weitestgehend trocken.

Die Montage geht leicht von der Hand und zur Demontage muss nur eine Schraube gelöst werden – so kann bei der nächsten Montage direkt wieder die bewährte Position eingestellt werden. Der Packsack selbst ist aus zu 100 % recyceltem Nylon 210D gefertigt, das sowohl leicht, als auch wasserdicht sein soll. Der Rolltop-Verschluss und versiegelte Nähte sorgen dafür, dass auch bei längeren Fahrten im Regen alles trocken bleiben soll. Allein zum Tauchen ist der Packsack nicht geeignet. Um den Sack möglichst kompakt verstauen zu können, ist ein Ventil zum Ablassen von Luft vorgesehen. Seitliche Spanngurte oder getrennte Fächer bietet er hingegen nicht.

Die Details im Überblick

# Specialized und Fjällräven bieten zwei Größen für den Packsack an, hier im Bild die große 16 l Variante - der 10 l Sack endet mit dem Holster und ist so deutlich kompakter in seiner Erscheinung.
# Bereit für das nächste Abenteuer? Der Holster trägt maßgeblich zum hohen Gewicht der Specialized Satteltasche bei - hält dafür aber auch den voll gepackten 16 l Sack (wir haben bis 2,5 kg getestet) zuverlässig an Ort und Stelle.
# Bei gelösten Spannriemen klappt der Holster auf, so dass der Packsack einfacher eingeschoben werden kann - im Anschluss wird über die sieben Spanngurte fixiert und komprimiert.
# Der Holster dienst nach unten hin als Spritzschutz - eine sehr praktische Lösung, wenn man kein Schutzblech hat und so nicht den Dreck mit zum Schlafplatz trägt.
# Wie üblich wird der Packsack zum Verschließen mehrfach umgeschlagen und dann mit einem Klickverschluss fixiert - so lässt sich flexibel auf verschiedene Beladungszustände reagieren und jeweils dicht verschließen.
# Das Ventil am Packsack (mitte rechts) erlaubt es, den Sack beim Verstauen zu komprimieren - im Anschluss wird es verschlossen, um die Form zu halten und kein Wasser eintreten zu lassen.
# Der breite Spanngurt über die Mitte entscheidet - so kann der Packsack nicht verloren gehen.
# Der hinterste Gurt ist optional und vor allem bei Verwendung des 16 l Packsacks empfehlenswert - die Haken sind sauber gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert.
# Insgesamt sieben Spanngurte helfen dabei, den Packsack zu fixieren und zu komprimieren - sie sind hochwertig und auch mit Handschuhen griffgünstig ausgeführt
# Die obere und untere Rahmenhälfte werden über einen Klettgurt mit der Sattelstütze oder dem Rahmen verbunden - die Hauptlast trägt jedoch die aus Metall ausgeführte Halterung an den Sattelstreben.
# Die Klemmung an den Sattelstreben ist über die gesamte Länge des Holsters flexibel positionierbar - so kann der Winkel und die Position der Tasche flexibel eingestellt werden.
# Eine Schraube verbindet den Holster mit den Sattelstreben - so ist er bei Bedarf schnell demontiert und ist dennoch gegen unmittelbaren Gelegenheitsdiebstahl geschützt.
# Ist die Schraube gelöst kann die Sattelstrebenklemmung einfach am Holster verbleiben - so wird bei der nächsten Montage die identische Position wieder garantiert
# Auch nach oben hin fungiert der Holster als Abdeckung für den Packsack - das verhindert ein Streifen an den Oberschenkeln oder dem Rucksack
# Auf der Rückseite des Holsters unterstützt ein verschiebbares Reflektorband die Sichtbarkeit nach hinten - hier kann auch ein Rücklicht angesteckt werden; eine dedizierte Lasche hierfür gibt es jedoch nicht
# Von den drei vorgestellten Produkten ist der Packsack klar am stärksten auf Wasserdichtigkeit ausgelegt - er ist wasserdicht, während die beiden Taschen nur stark wasserabweisend sind und über kurz oder lang - vor allem über die Nähte - Wasser eintreten kann

Unser Eindruck aus der Praxis: Neben den ca. 200 € Anschaffungskosten fallen vor allem die 742 g Leergewicht negativ zu Buche. Und das trotz Aluminiumgestänge. Hier liegt das Angebot von Specialized und Fjällräven ein ganzes Stück über dem, was die wichtigsten Wettbewerber aufrufen (und in der Regel auch wiegen).

Die Handhabung in der Praxis ist gut und die Idee, den Packsack zu trennen und so einfacher und über praktische Schnellverschlüsse schneller demontierbar zu machen und gleichzeitig sauberer zu halten, gefällt. Die obere und untere Rahmenhälfte des Holsters können bei gelösten Spanngurten aufklappen, so dass das Einfädeln leichter fällt.

Praktisch wären jedoch noch weitere Spanngurte oder Netze, um noch die ein oder andere Banane oder auch eine Regenjacke oben auf dem Holster oder dem Sack befestigen zu können. Oder auch eine oder zwei weitere Trinkflaschen. Ein schönes Detail sind die reflektierenden Logos sowie das reflektierende Band an der Rückseite, die zu einer besseren Sichtbarkeit beitragen. Im Dauereinsatz wird sich außerdem zeigen müssen, wie robust der Nylon Packsack ist, wenn zwischen Holster und Sack Dreck reibt. Insgesamt macht die Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck.

Kritisch für eine Sattelstützentasche a.k.a Arschrakete ist, wie wasserdicht sie ist. Specialized und Fjällräven legen hier gleich doppelt vor, um den Inhalt des Packsacks trocken zu halten. Zum einen ist der Holster zum Reifen hin geschlossen ausgeführt, so dass Wasser und Dreck zumindest teilweise abgehalten werden – vor allem aber nicht mit zum Schlafplatz kommen. Zum anderen ist der Sack auf einem auch nach 15 Min. unter der (kalten) Dusche perfekt wasserabweisenden Material genäht. Die Nähte sind mit breiten Tapes von innen verklebt, so dass auch hier kein Wasser transportiert wird. Die Erfahrung von Fjällräven mit Bekleidung und Ausrüstung für widrige Bedingungen scheint hier direkt umgesetzt worden zu sein. Anders als bei der Rahmen- und Oberrohrtasche, in die irgendwann das Wasser seinen Weg finden kann, ist der Packsack konsequent gegen Nässe geschützt. Ein kleiner Hinweis verbietet zwar, ihn als echten Drybag mit unter Wasser zu nehmen – doch so schlimm wird der Regen hoffentlich schon nicht werden.

Besonders wichtig ist damit zu guter Letzt: Wie gut kann der Holster den gefüllten Packsack fixieren? Und stört die Satteltasche beim Pedalieren? Hier zahlt sich die steife Struktur des Holsters aus, der den Packsack voll umschließt und über insgesamt sieben Spanngurte in die Zange nimmt. Auch bei erhöhter Beladung (ca. 2,5 kg) und unter voller Nutzung der 16 l Volumen bleibt die Tasche fast vollständig ruhig. Natürlich macht sich das Gewicht hoch oben am Sattel bemerkbar – vor allem im Wiegetritt. Doch es gibt kein störendes Schwingen und Schlackern zu berichten. Dazu kommt, dass der Holster den Sack zur Stütze hin eng zusammenführt. So gibt es auch von den Oberschenkeln oder am Po keine negativen Kontakte zu berichten.

Fazit: Specialized x Fjällräven Bikepacking-Taschen

Specialized x Fjällräven: Bei der Kooperation dieser beiden großen Namen sind zu Recht hohe Erwartungen geweckt worden. Unter dem Namen The Great Nearby soll die erste gemeinsame Kollektion praktische Bekleidung und Accessoires für den Alltag bieten. Wir haben die fürs Bikepacking relevantesten Produkte den Sommer über am Gravel- und am Rennrad ausprobiert. Während die Verarbeitung durchweg überzeugt und die hohen bis sehr hohen Preise verdauen hilft, gibt es vor allem bei der Holstersatteltasche noch Verbesserungspotential. Sie ist nicht nur schwer, sondern könnte mit weiteren Montagepunkten - etwa für Trinkflaschen oder Jacken - nochmals mehr Praxisnutzen bieten. Im Großen und Ganzen ist der erste Schritt jedoch durchaus gelungen und der Markt um ein modern gestaltetes Angebot reicher. Nicht ohne Absicht grenzen sich Specialized und Fjällräven optisch von den teils sehr technisch dominierten Mitbewerbern ab.

# Erster Aufschlag: Geglückt! Preislich sind die Specialized x Fjällräven Bikepacking-Produkte definitiv am oberen Ende der Skala angesiedelt - doch sie leisten sich keine gravierenden Schwächen und überzeugen mit feiner Verarbeitung und ersten Schritten hin zu mehr Nachhaltigkeit, zum Beispiel durch die Verwendung recycelter Stoffe.
# Konzeptvergleich der Taschen: Aerodynamisch sind Oberrohr- und Rahmentasche der Rolle quer am Lenker klar überlegen - eine Sattelstützentasche brauchten wir auf der Strecke des 3-Länder-Giros nicht
# Specialized x Fjällräven: Die Kooperation dieser beiden Marken hat hohe Erwartungen geweckt - nachdem die ersten Bekleidungsstücke eher im Hipster-Milieu anzusiedeln waren, können die Bikepacking-Produkte bei aller optischen Nüchternheit Funktional überzeugen.

Specialized x Fjällräven – The Great Nearby: Würdest Du den Produkten der neuen Bikepacking-Kollektion eine Chance gegenüber den etablierten Marken geben?

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Text: Tobias Stahl | Fotos: Tobias Stahl, Stefanus Bosch, Xaver Müller
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